Enterprise Mobility Management

Unternehmenskunden in Deutschland wechseln zu BES 10

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Trotz der weiterhin unsicheren Zukunft des Smartphone-Pioniers Blackberry vertrauen Mitsubishi Motors Deutschland GmbH, Grohe AG und Südzucker AG auf Blackberry Enterprise Server 10.
Der wohl prominenteste deutsche Referenzkunde: Auch beim Merkel-Phone von Secusmart kommen Blackberry 10 und BES10 zum Einsatz.
Der wohl prominenteste deutsche Referenzkunde: Auch beim Merkel-Phone von Secusmart kommen Blackberry 10 und BES10 zum Einsatz.
Foto: Deutsche Messe

Nicht alle Enterprise-Kunden legen scheinbar ihre weiteren Investitionen in die Blackberry-Plattform auf Eis oder suchen bei anderen Betriebssystemen Zuflucht. Wie der kanadische Anbieter nun bekannt gab, haben drei große, in Deutschland ansässige Unternehmenskunden zu Blackberrys Enterprise-Mobility-Management-Lösung Blackberry Enterprise Service 10 (BES 10) gewechselt: Mitsubishi Motors Deutschland, der Sanitärarmaturenhersteller Grohe sowie der Zuckerproduzent Südzucker.

Laut Blackberry war die deutsche Tochter des japanischen Autoherstellers auf der Suche nach einer Lösung, die vor allem hohe Sicherheit und ein flexibles Geräte-Management bietet. "Wir haben bereits seit vielen Jahren Blackberry-Smartphones im Einsatz, weil uns die hervorragende Integrierbarkeit in unsere Geschäftsumgebung sowie die herausragende Sicherheitsarchitektur überzeugt hat," erläutert Manager IT/Organisation Thomas Lefeld. Blackberry liefere die gewünschten Lösungen: flexibles Geräte-Management und neue Full-Touch und Qwertz-Smartphones für die Mitarbeiter - alles kombiniert mit dem gleichbleibend hohen und zuverlässigen Sicherheitsniveau.

Für die Grohe AG, die bereits im Frühjahr 2013 migrierte, war der ausschlaggebende Punkt, dass BES 10 ein einheitliches Geräte-Management für alle eingesetzten Endgeräte bietet. Außerdem verweist Jan-Peter Tewes, Senior Vice President of Global Marketing bei Grohe AG darauf, dass sich die mobile Kommunikation durch die Nutzung der Blackberry-Lösung deutlich verbessert habe. Blackberry erweitere die Möglichkeiten der Teams, jederzeit schnell und sicher per Telefon, E-Mail oder BBM zu kommunizieren. Auf diese Weise sei Grohe nun in der Lage,vertrauliche Berichte viel offener und schneller als zuvor zu teilen, was unter anderem dazu führt, dass sich die Entwicklungszeit für neue Produkte reduziere.

Bei Südzucker wiederum weist ChristianBegger, Leiter von ZAO/IT-AC Administration & IT-Controlling, auf die Möglichkeit hin, mit BES 10 das Mobile Device Management an die spezifischen Anforderungen des Unternehmens anzupassen. Die Blackberry-Lösung lasse sich problemlos in die Infrastruktur von Südzucker integrieren und biete Sicherheit. Zudem könnte durch die neue Generation von Endgeräten die Effizienz bei mobiler Nutzung weiter gesteigert werden.

Abgewandert oder in Wartestellung

Ganz so rosig wie die Präsentation der drei Referenzkunden andeutet, scheint die Situation von Blackberry in Deutschland allerdings nicht zu sein. So hatte die COMPUTERWOCHE erst vor kurzem in einem Gespräch mit Sebastian Frechen, Leiter Marketing/Business Development bei der T-Systems-Tochter Orbit IT Solutions, erfahren, dass viele Kunden in Deutschland kurz vor dem Schwenk auf Blackberry 10 gestanden hätten und nun angesichts der negativen Schlagzeilen um den Smartphone-Hersteller verharrten.

Und auch die Aussage von Blackberry, dass hierzulande etwa 50 Prozent der DAX-Unternehmen und ungefähr 90 Prozent aller deutschen Landesregierungen derzeit BES10 testen oder gar den Einsatz planen, lässt prominentere Referenzkunden als Mitsubishi Deutschland, Grohe und Südzucker erwarten, beispielsweise aus Branchen mit einer typischerweise hohen Blackberry-Dichte wie dem Finanzsektor.

Immerhin finden sich im Ausland einige Lichtblicke: So meldete Blackberry Mitte Oktober, dass die italienische Landesgesellschaft von KPMG 3500 Smartphones mit Blackberry 10 als Betriebssystem bestellt habe und auf BES 10 migriert sei. In Spanien entschied sich NCG Banco für BES 10 als einzige Enterprise Mobility Management Lösung für ihre gemischte Smartphone-Umgebung, die Einführung übernahm dabei der deutsche Blackberry-Partner ISEC7.

Die plattformübergreifende EMM-Lösung BES10 bietet Unternehmen Mobile Device Management (MDM), Mobile Application Management (MAM), Sicherheitsstandards und Selbststeuerungsfunktionen für die Nutzer. Die Lösung wird auch als Cloud-Dienst verfügbar sein und so den Bedarf nach einer einfach zu implementierenden, einfach zu verwaltenden und sehr kostengünstigen Lösung für das Management von Smartphones und Tablets decken.