Studie zur Digitalisierung

Unternehmen und der Weg zur Digitalen Exzellenz

Florian Maier beschäftigt sich in erster Linie mit dem Themenbereich IT-Security. Daneben schreibt er auch über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C und ist für den Facebook-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Die Digitalisierung erfasst nach und nach sämtliche Wirtschaftszweige, Unternehmen kommen mehr und mehr in Zugzwang. Eine neue Studie will den Weg zur erfolgreichen digitalen Transformation weisen.

Das Beratungsunternehmen Sopra Steria Consulting und die Universität Hamburg haben eine aktuelle Studie zum Thema Digitalisierung - beziehungsweise "Digitale Exzellenz" - veröffentlicht. Beim Begriff Digitale Exzellenz handelt es sich um eine verbale Eigenkreation, die einen erfolgreichen Digitalisierungsprozess umschreibt. Ziel der Studie war es, den Status Quo der Digitalisierung unter deutschen Unternehmen abzubilden und Disziplinen der Digitalen Exzellenz sowie Handlungsempfehlungen für Unternehmen zu erarbeiten. Dazu wurden ausführliche Interviews mit 17 CIOs großer und mittelständischer Unternehmen geführt sowie eine Feldbefragung unter 90 Teilnehmern durchgeführt - sowohl aus IT-, wie auch aus Nicht-IT-Unternehmen. Das Ergebnis steht im Einklang mit der allgemeinen Wahrnehmung: Es gibt noch viel zu tun. Im Rahmen der Studie haben Sopra Steria Consulting und die Universität Hamburg auch die Business-Bereiche identifiziert, die Unternehmen in Sachen Digitalisierung in besonderem Maße Probleme bereiten.

Die digitale Transformation verlangt Unternehmen einiges ab. Sopra Steria Consulting und die Universität Hamburg wollen Unternehmen mit einer gemeinsamen Studie Wege zur Erlangung Digitaler Exzellenz aufzeigen.
Die digitale Transformation verlangt Unternehmen einiges ab. Sopra Steria Consulting und die Universität Hamburg wollen Unternehmen mit einer gemeinsamen Studie Wege zur Erlangung Digitaler Exzellenz aufzeigen.
Foto: agsandrew - shutterstock.com

Digital vernetzt mit Kunden & Partnern

Digitale Kanäle zu Kunden und Partnern zu etablieren, ist für viele Unternehmen ein Problembereich. Traditionell liefen Projekte der IT-Abteilung eines Unternehmens bisher intern ab. Durch die fortschreitende Digitalisierung wird es nun notwendig, die Unternehmens-IT auch extern auszurichten, um Kunden und Partner intensiver in Unternehmensprozesse einbinden zu können. Hierzu ist einerseits eine Standardisierung von Geschäftsprozessen notwendig, andererseits muss sich das Unternehmen an den Erwartungen von Kunden und Partnern orientieren, wenn es um Flexibilität und Interaktionsmöglichkeiten geht.

Ohne Data Agility keine Digitale Exzellenz

Der Aufbau von digitalen Kanälen zu Kunden und Partnern kann jedoch nur gelingen, wenn Unternehmen auch eine hohe Agilität an den Tag legen. Schließlich nützen digitale Kanäle nichts, wenn das nötige Know-How im Unternehmen fehlt, um möglichst schnell und innovativ auf die digitale Transformation zu reagieren. Die Herausforderungen hierbei: Unternehmensdaten müssen aus verschiedenen Quellen aggregiert und ausgewertet werden. Im Idealfall fließt das Ergebnis anschließend wieder in Prozesse ein, so dass für Kunden ein unmittelbarer Mehrwert entsteht.

Das Gesamtmodell Digitale Exzellenz: Je besser die Teilbereiche ineinander greifen, desto größer die Chance auf Digitale Exzellenz.
Das Gesamtmodell Digitale Exzellenz: Je besser die Teilbereiche ineinander greifen, desto größer die Chance auf Digitale Exzellenz.
Foto: Sopra Steria Consulting

"Die Unternehmensführung muss den Wandel anstoßen"

Dabei steht insbesondere die Unternehmensführung in der Pflicht: Sie sollte sich von den Daten führen lassen. Das stehe im Gegensatz zu traditionellen Entscheidungsprozessen in Unternehmen, sei jedoch von grundlegender Bedeutung für die Erlangung Digitaler Exzellenz, wie Urs Krämer, CEO von Sopra Steria Consulting, erklärt: "Die Unternehmensführung - und das geht nur Top-Down - muss den Wandel anstoßen und begleiten sowie diese Kultur der Schnelligkeit und Agilität vorleben."

Unternehmen gehen diesen Wandel bislang auf verschiedene Art und Weise an. Die umfassende Transformation des gesamten Unternehmens wird von Sopra Steria Consulting und der Universität Hamburg als "Königsweg" gesehen. Doch 25 Prozent der befragten Unternehmen gehen einen anderen Weg: Sie haben ein digitales Tochterunternehmen gegründet - oder spielen mit dem Gedanken daran. Das Problem: Das Geschäft eines Unternehmens wird so künftig in zwei Geschwindigkeiten ablaufen. Die IT-Abteilung des Unternehmens bleibt jedoch in der Regel unverändert und muss stets in der Lage sein, beiden Geschäftszweigen gerecht zu werden. Für welchen Weg sich Unternehmen entscheiden, kann maßgeblich über deren Zukunft bestimmen, wie Tilo Böhmann von der Universität Hamburg zu verstehen gibt: "Die notwendigen Weichenstellungen von heute entscheiden darüber, ob Unternehmen in fünf bis zehn Jahren noch erfolgreich sind."

Welche Handlungsempfehlungen die Consulting-Experten und die Wissenschaftler der Uni Hamburg für Unternehmen zur Erlangung Digitaler Exzellenz geben, haben wir für Sie in unserer Bildergalerie zusammengefasst: