Quartals- und Jahresverlust

Unisys leidet unter Krise und Währungseffekten

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der US-amerikanische IT-Dienstleister Unisys hat seine Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtjahr 2008 veröffentlicht.

Für das Ende Dezember abgeschlossene vierte Quartal meldet der Konzern mit Zentrale in Blue Bell, Pennsylvania, einen Nettoverlust von 58 Millionen Dollar oder 16 Cent pro Aktie. In der vergleichbaren Vorjahreszeit hatte Unisys noch 13,8 Millionen Dollar oder vier Cent je Anteilschein verdient.

Die Unisys-Zentrale
Die Unisys-Zentrale
Foto: Unisys

Das aktuelle Quartalsergebnis enthält Einmalbelastungen von 99 Millionen Dollar durch unter anderem Abfindungszahlungen, Standortschließungen und Wertberichtigungen.

Der Quartalsumsatz ging im Jahresvergleich von 1,54 Milliarden Dollar um 17 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar zurück. Neben der aktuellen Wirtschaftskrise machte sich hier auch der trotz der US-Flaute erstarkte Dollar bemerkbar. Ohne Wechselkurseffekte wären die Einnahmen nur um etwa zehn Prozent gefallen, so Unisys.

Im Gesamtjahr 2008 generierte Unisys nach eigenen Angaben 255 Millionen Dollar operativen Cash Flow, ein Plus von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Services-Backlog zu Ende Dezember summierte sich auf 6,1 Milliarden Dollar; die Barreserven betrugen 544 Millionen Dollar.

Der neue Unisys-Chef Ed Coleman
Der neue Unisys-Chef Ed Coleman

Unter der neuen Führung des seit Oktober amtierenden Chairman und CEO Ed Coleman baut Unisys massiv um und will dabei seine Geschäftsstruktur vereinfachen, seine globalen Ressourcen konzentrieren und fokussieren sowie seine Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit steigern. Im Rahmen eines Sparprogramms sollen die operativen Kosten um jährlich 225 Millionen Dollar gesenkt werden (unter anderem durch den Abbau von 1300 Arbeitsplätzen). Dieses Ziel will das Unternehmen 2009 zu 90 Prozent erreichen.

Für das Gesamtjahr 2008 weist Unisys auf Basis von 5,23 Milliarden Dollar Umsatz einen Nettoverlust von 130,1 Millionen Dollar oder 36 Cent pro Aktie aus. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen 5,65 Milliarden Dollar eingenommen und einen Fehlbetrag von 79,1 Millionen Dollar oder 23 Cent je Anteilschein gemeldet.

Neben Services bietet Unisys auch immer noch eigene (Groß-)Rechner an.
Neben Services bietet Unisys auch immer noch eigene (Groß-)Rechner an.

Eine konkrete Prognose für das laufende Quartal und Fiskaljahr gab Unisys nicht ab. Firmenchef Coleman erklärte aber immerhin: "Wir sind fest entschlossen, im Jahr 2009 einen klaren und nachweislichen Fortschritt zu zeigen".