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Tablet-PCs: Marktdurchdringung kommt nicht voran

18.06.2004

Den einst hoch gepriesenen Tablet-PCs ist weiterhin nur ein Nischendasein vergönnt. Marktforscher von IDC schätzen, dass im laufenden Jahr weltweit nur rund eine Million der – so spotten Kritiker - überdimensionalen PDAs verkauft werden. Damit würde sich der Absatz gegenüber dem Vorjahr verdoppeln, gemessen an der Gesamtmenge aller verkauften PCs entspräche dies jedoch nur einem Marktanteil von weniger als 0,5 Prozent.

Offensichtlich bietet die von Microsoft angeregte neue Rechnergeneration hauptsächlich Funktionen, die von vielen Anwendern als nett, aber nicht unbedingt notwendig, erachtet werden: Wie eine Untersuchung von In-Stat/MDR ergab, wurde 2003 ein Großteil der abgesetzten Tablet-PCs in Branchen verkauft, wo bislang noch Notizblöcke dominieren, wie der Gesundheitssektor sowie die Immobilien- oder Versicherungsbranche. Der große Durchbruch auf Unternehmensebene blieb den mobilen Rechnern angesichts der knappen IT-Budgets bislang verwehrt, auch im Consumer-Bereich verkauften sich die Geräte angesichts der vergleichsweise gesalzenen Preise schlecht.

Laut In-Stat half Microsoft dem Absatz bereits im vergangenen Jahr mit der Ankündigung von "Office 2003", das handschriftlich Eingaben ("digitale Tinte") unterstützt, auf die Sprünge. Auch das für Ende des Jahres erwartete Betriebssystem "Windows XP Tablet PC 2005" verspricht eine Reihe von Verbesserungen. Hardwareseitig verkaufen sich nur die größeren 14-Zoll-Geräte, wie sie unter anderem Acer herausbrachte, recht gut. Zu größeren Erfolgen im Unternehmensgeschäft wird es allerdings erst kommen, wenn der Durchschnittspreis der Tablet-PCs im Jahr 2005 unter 1700 Euro fällt, schätzt In-Stat. Privatanwender hätten hingegen auch weiterhin wenig Interesse an den elektronischen Tabletts. (mb)