Generation Cloud

Systemintegratoren und MSPs trifft es knüppelhart

17.06.2015
René Büst ist Technology Analyst & Advisor mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen. Er ist Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Deutsche Unternehmen werden im Jahr 2018 rund 28,5 Milliarden Euro in Cloud-Services, Cloud-Integration und -Beratung sowie Cloud-Technologien investieren. Theoretisch betrachtet dürfen IT-Dienstleister damit in eine rosige Zukunft blicken. Der Haken liegt allerdings an einer der herausstechenden Eigenschaften der Public Cloud – dem Self-Service.

Prinzipiell sind CIOs und IT-Architekten mit der Entwicklung der Self-Services in der Public Cloud nicht mehr auf einen Systemintegrator oder Managed Services Provider (MSP) angewiesen. In der Realität zeigt sich aber, dass aufgrund der wachsenden Komplexität und des Mangels an internen Skills, viele Unternehmen faktisch nicht in der Lage sind diese Angebote zu nutzen, ohne externe Partner einzubeziehen.

Für Systemintegratoren und Managed Service Provider heißt es, die Transformation vom Hardware- und Software-Lieferanten zum Trusted Cloud Enabler zu vollziehen.
Für Systemintegratoren und Managed Service Provider heißt es, die Transformation vom Hardware- und Software-Lieferanten zum Trusted Cloud Enabler zu vollziehen.
Foto: Melpomene-shutterstock.com

Vom "Server Hugger" zum "Trusted Cloud Enabler"

Der Markt für Systemintegratoren und MSPs hat in Deutschland eine lange Tradition. Unternehmenslenker mittelständischer Unternehmen arbeiten gerne mit IT-Dienstleistern zusammen und vertrauen auf deren kompetente Beratung und Unterstützung beim Betrieb ihrer IT-Infrastrukturen und Applikationen. Mit der kontinuierlichen Verbreitung belastbarer Anwendungsfälle wagen Unternehmenslenker und IT-Entscheider jedoch immer öfter einen Blick auf die Public Cloud. Dadurch geraten klassische IT-Dienstleister immer mehr unter Druck. Sie stehen vor der Herausforderung ihren Bestands- und Neukunden Mittel und Wege aufzuzeigen, um von den Potenzialen der Cloud zu profitieren.

CEOs und CIOs die sich mit der Cloud beschäftigen, bekommen schnell einen guten Eindruck davon, welche Potenziale ihnen damit für neuartige Geschäftsmodelle oder den Betrieb der eigenen IT-Infrastruktur zur Verfügung stehen.

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Grundsätzlich werden zwei strategische Ansätze unterschieden: Top-Down und Bottom-Up.
Der Top-Down-Ansatz bringt in der Regel neue Geschäftsmodelle oder disruptive Ideen hervor. Die Entwicklung erfolgt vollständig auf der grünen Wiese in der Cloud und bleibt meistens Innovatoren vorbehalten. Der Bottom-Up-Ansatz verfolgt das Ziel, ein bestehendes System oder eine vorhandene Applikation in die Cloud zu überfuhren oder dort neu zu entwickeln. Hierbei geht es primär darum, eine bereits existierende IT-Ressource zu optimieren.

Top-Down und Bottom-Up Cloud-Strategie
Top-Down und Bottom-Up Cloud-Strategie
Foto: Crisp Research AG

Eines haben beide Ansätze jedoch gemeinsam. Der Fokus richtet sich gezielt auf:

  • Die Steigerung der Flexibilität.

  • Die Verbesserung der Skalierbarkeit.

  • Die Erhöhung der Verfügbarkeit.

  • Die Beschleunigung des Time-to-Market.

  • Die Optimierung der Kostenstruktur.

Erfahrungen mit dem Betrieb von Public Cloud-Infrastrukturen haben gezeigt, dass die größten Herausforderungen in erster Linie in Zusammenhang mit dem Sicherstellen der Flexibilität, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit entstehen. Der Hauptgrund dafür besteht in dem nicht vorhandenen Wissen, das für die Cloud-Nutzung erforderlich ist.
Hinzu kommt das Self-Service-Modell der Public Cloud. Dies ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits lassen sich damit die eigenen Anforderungen und Vorstellungen bei Bedarf selbstständig umsetzen. Andererseits können deutsche CIOs weiterhin nicht auf ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen, um ihre Cloud-Projekte zu stemmen.

Systemintegratoren und MSPs spielt die aktuelle Situation daher unter einer Voraussetzung in die Karten - sie müssen es schaffen, sich und ihre Mitarbeiter schnell genug für die Cloud zu transformieren. Sie stehen damit vor einer großen Chance und Herausforderung zugleich. Denn eine Transformation vom Hardware- und Software-Lieferanten zum "Trusted Cloud Enabler", bedingt eine Veränderung des eigenen Geschäftsmodells und noch viel mehr eine massive Ausweitung des eigenen Skillsets.

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Wer nicht transformiert verschwindet vom Markt

Eine große Mehrheit deutscher Systemintegratoren und MSPs genießt weiterhin ihr Pre-Cloud-Stadium. Manche haben mit der Transformation begonnen oder befinden sich inmitten des Veränderungsprozesses. Ein paar der sogenannten "Cloud-Natives", solche IT-Dienstleister die nur wegen der Cloud entstanden sind, haben mit einem unternehmerischen Weitblick rechtzeitig das Potenzial der Cloud erkannt und konnten bereits erfolgreich Kunden in die Cloud überführen. Hingegen sehen sich renommierte Systemintegratoren und MSPs nachhaltigen Veränderungen im Cloud- Transformationsprozess ausgesetzt. Hierzu zählen:

  • Die Beratungs- und Integrationskompetenz im Kerngescha?ft steigt an. Gleichzeitig ist der Aufbau von Developer-Skills für die Cloud eine Pflicht und geschäftskritisch.

  • Die Überführung bestehender Systeme und Applikationen auf Cloud-Infrastrukturen rückt in den Vordergrund. Hierbei wird die Kundenbindung durch Betriebsunterstützung immer wichtiger.

  • Cloud-Infrastrukturen für den Betrieb von bestehenden oder neuartigen Systeme und Applikationen müssen aufgebaut werden. Dabei müssen Hybrid und Multi-Cloud- Szenarien berücksichtigt werden.

  • Der Einkauf von Hard- und Software verringert sich. Stattdessen wird auf Services und Infrastrukturleistungen vom Cloud-Anbieter zurückgegriffen. Das verändert das Preis-, Vertriebs- und Umsatzmodell sowie die Wertschöpfungstiefe.

  • Die Entwicklung und der Betrieb von Services rücken immer weiter in den Mittelpunkt. Dabei nimmt die Orchestrierung von Cloud-Infrastrukturen im Kundenauftrag stetig zu.

Sowohl Systemintegratoren als auch MSPs müssen den Transformationsprozess des Cloud-Zeitalters als ernsthafte Gefährdung ihres zukünftigen Geschäftserfolgs verstehen. Neben der Veränderung des Preis- und Vertriebsmodells besteht die größte Herausforderung dieses durchschlagenden Wandels im Aufbau des notwendigen Verständnisses für das Design, die Entwicklung und den Betrieb von Cloud-Infrastrukturen und -Applikationen. Hierfür sind neue IT-Skills notwendig.

Vor diesem Hintergrund hat Crisp Research in Zusammenarbeit mit ProfitBricks ein Strategiepapier erstellt, welches die Herausforderungen für Systemintegratoren und MSPs thematisiert und Orientierungshilfen aufzeigt. Das Strategiepapier steht kostenfrei unter "Generation Cloud: Der Markt für MSPs und Systemintegratoren im Wandel" zum Download bereit.