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System S: Neuer IBM-Server soll Datenströme analysieren

19.06.2007
IBM will heute auf eine Konferenz für Wall-Street-Technologie-Manager den neuen High-Performance-Server "System S" vorstellen. Dieser ist speziell für die schnelle Analyse von Datenströmen aus verschiedensten Quellen konzipiert.

Dies berichtet der Branchendienst "Cnet". Aus Sicht von Analysten sei das neue System ein wichtiger Schritt in Richtung der Kommerzialisierung der aufkommenden Technik "Stream Computing". Diese soll die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Entscheidungsfällung ("Decision Making") in unterschiedlichsten Bereichen von der Sicherheitsüberwachung bis hin zum Börsenhandel verbessern.

Anders als bei herkömmlichen Ansätzen wie Data Mining werden Informationen bereits beim Eintreffen in Echtzeit untersucht und nicht zuvor in einer Datenbank gespeichert. Dafür kommen komplexe Softwarealgorithmen für unter anderem Text-, Sprach- und Bilderkennung zum Einsatz, die Daten priorisieren und dann zur weitere Analyse an Programme weiterreichen, die auf die Arbeit ein komplexen, sich rasch verändernden Problemen ausgelegt sind.

IBM hält sein Forschungsprojekt für marktreif und macht sich mit der Ankündigung auf die Suche nach Industriepartnern. System S arbeitet zunächst mit rund 800 Prozessoren, kann aber nach Angaben von Big Blue bei Bedarf bis in die Zehntausende CPUs skalieren. Den größten Fortschritt haben die Entwickler bei der Software erzielt, die Aufgaben zunächst parallelisieren und später wieder zusammenfügen kann.

Laut Nagui Halim, Director of High-Performance Stream Computing der IBM, verwendet das neue System S einen weniger maschinellen Ansatz als herkömmliche Rechner. "Das ist ein Computersystem, das sich verändern und an die Probleme anpassen kann, die es sieht", sagt Halim.

Bei der Erschließung des neuen Geschäftsfelds kann die IBM nach eigenen Angaben sowohl Stream-Computing-Systeme an Kunden verkaufen als auch Stream Computing nutzungsabhängig zur Miete über das Internet bereitstellen. (tc)