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Sun subventioniert Oracle-Datenbanken

11.01.2006
Der IT-Konzern Sun Microsystems liefert mit seinen Highend-Systemen auf Unix-Basis Datenbanksoftware von Oracle aus. Für die Lizenzkosten kommt Sun auf. Ebenso sind Support und Wartung für ein Jahr enthalten.

Das Datenbank-Bundling ist für Sun-Systeme ab "Sun Fire V490" vorgesehen, die mit vier Ultrasparc-CPUs ausgestattet sind. Da Oracle den Preis für eine Datenbank von der Anzahl der Prozessoren abhängig macht, ist die Subventionierung von Sun bei großen Rechnern mit vielen CPUs besonders hoch. Beide Firmen wollen bei Marketing und Vertrieb zusammenarbeiten.

Vor allem der Absatz von Hochleistungs-Servern bereitet dem Computerbauer Schwierigkeiten. Hier steht er in Wettbewerb mit IBM und Hewlett-Packard. Zudem tauschen Anwender ihre Sun-Systeme mitunter gegen Linux-basierende Maschinen mit Intel- oder AMD-CPUs aus (siehe Skanska: Sun raus, Red Hat und Dell rein). Das Datenbankgeschenk soll die Sun-Systeme wieder attraktiver machen. Wohl aus diesem Grund wird es nicht auch für die x86-Produktlinie von Sun angeboten. Gleiches gilt für die "Niagara"-Systeme, die der Hersteller Ende vergangenen Jahres vorgestellt hat (siehe Sun lässt seine Niagara-Server vom Stapel).

Nach Angaben von Sun ist es für Anwender durch das Bundling nun deutlich günstiger, Oracle-Datenbanken auf Ultrasparc-Maschinen zu betreiben. Somit würden sich erhebliche Preisvorteile gegenüber den Unix-Systemen von IBM und HP ergeben, die mit Power- beziehungsweise PA-Risk-CPUs bestückt sind.

Darüber hinaus vermeldete Oracle, für weitere zehn Jahre Java in Lizenz zu nehmen. Und Sun kündigte an, sein internes ERP-System auf ein Oracle-Produkt migrieren.

Der Schmusekurs zwischen beiden Unternehmen ändert jedoch nichts an der Konkurrenzsituation zwischen beiden Firmen in puncto Java-basierende Middleware.

Sun hatte im Dezember vergangenen Jahres eine neue Softwarestrategie vorgelegt (siehe Sun setzt alles auf Open Source). Zudem hatte das Unternehmen eine quelloffene Datenbank in die eigene Middleware integriert (siehe Sun integriert Java-Datenbank von Apache in seine Middleware). Solche Angebote erschweren es Anbietern kommerzieller Datenbanksysteme und Middleware-Produkte, bei Kunden Kaufanreize zu schaffen. Oracle befürwortet Open Source, sofern es das Betriebssystem betrifft, sieht es aber nicht gern, wenn wegen Open-Source-Datenbanken Geschäft verloren geht. (fn)