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Studie zum Open-Source-Markt in Deutschland

01.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Marktforscher von Soreon Research haben auf Basis einer Befragung von 150 Unternehmen aus den Bereichen öffentliche Verwaltung, Dienstleistungen und Industrie eine Open-Source-Marktprognose für Deutschland bis 2007 in den Segmenten Softwarepakete, Training, Installationsservice sowie Support erstellt. Demnach soll das Marktvolumen für quelloffene Software wie Linux von heute 131 Millionen Euro auf 307 Millionen Euro im Jahr 2007 wachsen.

Derzeit verwenden laut Soreon zwölf Prozent aller Unternehmen Open-Source-Software. Dieser Anteil soll bis 2005 auf 18 Prozent steigen und sich bis 2007 auf 24 Prozent verdoppeln. Entscheidende Triebfeder seien hierbei die öffentlichen Verwaltungen, so die Auguren. Deren Anteil am Open-Source-Umsatz mache derzeit nur sechs Prozent aus, werde sich aber bis 2007 auf 26 Prozent mehr als vervierfachen.

Als Begründung für den Einsatz quelloffener Produkte wird am häufigsten mit Einsparungspotenzialen begründet (38 Prozent). Sicherheit und Stabilität sind ebenfalls wichtige Argumente (28 Prozent). Die größten Einnahmen werden im Open-Source-Markt mit Support-Services (61 Prozent) und Training (21 Prozent) erzielt. Die Erlöse aus dem eigentlichen Softwareverkauf fallen mit acht Prozent eher gering aus. Wichtigste Einnahmequelle sind aktuell Linux-Server-Software und flankierende Services (92 Millionen Euro). Desktop-Software und -Services holen laut Soreon aber stark auf. 2007 sollen sie fast die Hälfte des Markts ausmachen.

Allerdings sorgten hohe Wachstumsraten - die auf niedrigem Niveau kein Problem seien - nicht automatisch auch für hohe Umsätze, warnt Research Director Steffen Binder. Die Gesamtmarktgröße sei langfristig limitiert, die Umsätze pro Rechner könnten nur einen Bruchteil der Größe erreichen, wie ihn beispielsweise Microsoft für seine Produkte einstreiche. "Viele Open-Source-Anbieter geben ihre Produkte frei ab, und die Konkurrenz auf dem Servicemarkt ist hart", meint Binder. "Professionelle Anbieter wie IBM, Red Hat oder Suse müssen sich besonders durch gute Qualität und branchenspezifische Angebote differenzieren, um langfristiges Wachstum zu sichern." (tc)