Verdi lässt nicht locker

Streik bei Amazon verlängert

18.12.2013
Die Amazon-Beschäftigten streiken, den Betrieb beeinträchtigt der Ausstand nicht - zumindest versichert das der Online-Versandhändler auch an Tag drei der Streiks.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lässt in der Auseinandersetzung mit dem Online-Versandhändler Amazon nicht locker. Mitten im Weihnachtsgeschäft haben Beschäftigte der Logistikzentren in Bad Hersfeld und Leipzig am Mittwoch den dritten Tag in Folge gestreikt. In Hessen sollte die Aktion eigentlich nur bis Mittwoch andauern.

Das Logistikzentrum in Bad Hersfeld bestreikt Verdi nun ebenfalls bis Samstag.
Das Logistikzentrum in Bad Hersfeld bestreikt Verdi nun ebenfalls bis Samstag.
Foto: Amazon.de

Bei einer Streikversammlung sei beschlossen worden, den Ausstand analog Leipzig bis einschließlich Samstag zu verlängern, sagte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Nach Verdi-Angaben haben an beiden Standorten zusammen 1100 Mitarbeiter gestreikt.

In beiden Städten trugen die Streikenden ihre Forderungen nach einem Tarifvertrag in die Innenstädte. In Bad Hersfeld demonstrierten sie vor dem Rathaus. In Leipzig kamen drei polnische Gewerkschafter zu den Streikenden. "Wir haben den Schulterschluss bekräftigt, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen und gemeinsam für gute Arbeit kämpfen wollen", sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider. Der US-amerikanische Versandhändler will auch in Polen und Tschechien Logistikzentren aufbauen.

Bei einer Kundgebung auf dem Leipziger Universitäts-Campus trafen sich die Beschäftigten mit Studenten. "Die Amazon-Streikenden gehen zu ihren Kunden und erklären ihnen, warum sie streiken", sagte Schneider.

Auch das Logistikzentrum in Leipzig wird bestreikt - Amazon.de sieht sich trotzdem "völlig in der Quote".
Auch das Logistikzentrum in Leipzig wird bestreikt - Amazon.de sieht sich trotzdem "völlig in der Quote".
Foto: Amazon.de

Amazon versicherte erneut, dass der Ausstand in Bad Hersfeld und Leipzig keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb hat. "Wir sind völlig in der Quote", sagte ein Sprecher. Middeke sagte dagegen, arbeitende Kollegen hätten von Schwierigkeiten im Packbereich berichtet.

Mit den Streiks will Verdi Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen. Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon orientiert sich indessen an den für das Unternehmen günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Die Aufnahme von Tarifverhandlungen hat das Unternehmen bisher strikt abgelehnt. Bei Amazon arbeiten bundesweit rund 9000 Mitarbeiter in acht Versandzentren, unterstützt werden sie von 14.000 saisonalen Aushilfen. (dpa/tc)