photokina 2012

Starke Minis, sprechende Bilder und Smartphone-Hype

17.09.2012
Der Fotomarkt ist in Bewegung.

Bilder werden gerne mit Smartphones gemacht, die Industrie reagiert mit vielen Innovationen. Kameras können Full-HD-Videos drehen, kabellos via WiFi kommunizieren. Und Bilder aus dem Fotobuch fangen an zu laufen und zu sprechen.

Im "Lumia 920" von Nokia steckt ausgefuchste OIS-Technik von Carl Zeiss.
Im "Lumia 920" von Nokia steckt ausgefuchste OIS-Technik von Carl Zeiss.
Foto: Nokia

Es scheint fast nichts mehr zu geben, was Kameras nicht können - oft im Zusammenspiel mit Smartphones, iPads und einer Fülle von App-Miniprogrammen. Der Fotomarkt ist in Bewegung, wie sich unmittelbar vor Start der weltgrößten Fotomesse photokina in Köln deutlich zeigt. Heute können Kameras kabellos und in Echtzeit Bilder verschicken, sie in einer Cloud extern speichern oder auch einen Fotodrucker anwerfen, der irgendwo anders auf dem Globus steht. Spiegellose Systemkameras werden immer ausgefeilter, die kleinen Kompaktkameras zu noch stärkeren Minis. Eine neue Technologie lässt Videos, die als Einzelbild im Fotobuch gespeichert sind, mittels mobilem Endgerät quasi loslaufen.

Ein neues Canon-EOS-Modell verfügt - wie inzwischen mehrere moderne Kameras - nicht nur über eine integrierte WiFi-Schnittstelle zur kabellosen Übertragung von Bildern ins Web oder auf den PC. "Ich kann mit der GPS-Funktion meinen Bildern auch zuordnen, wo ich sie aufgenommen habe - ideal auf Reisen", sagt ein Unternehmenssprecher am Montag, einen Tag vor Eröffnung der photokina. Ein ganz anderer Trend: Sofortbilder. Die "Instax mini 8" von Fuji sieht auf den ersten Blick aus wie buntes Spielzeug, entpuppt sich aber als Sofortbildkamera, die in Sekunden Passbilder ausspuckt. Pressefrau Laura Garrett: "Ein absoluter Renner, das geht so was von ab."

Viele der 1160 Anbieter aus 41 Ländern haben die stark nachgefragten spiegellosen Systemkameras im Gepäck. Der japanische Hersteller Panasonic sieht sich als Pionier bei den Spiegellosen mit Wechselobjektiv und stellt seine Neuheit bereits in vierter Generation vor: Da "vier" aber auf Japanisch "shi" heißt und so gleichlautend mit dem Unglückswort "Tod" ist, heißt die Neue eben "Panasonic G 5". Firmensprecher Markus Mattes betont: "Sie hat Full-HD-Videofunktion, Stereoton, einen Klapp-Dreh-Bildschirm als Touchscreen und löst völlig lautlos aus."

Der Fotomarkt ist lukrativ. Insgesamt werden die Verbraucher nach Prognose des Photoindustrie-Verbands 2012 rund 7,9 Millionen Kameras kaufen. Aber auch den Smartphones gehört die große Aufmerksamkeit der Branche, weil sie millionfach zum Schnappschuss genutzt werden. Mit dem "Lumia 920" hat Carl Zeiss zufolge erstmals ein Smartphone eine optische Bildstabilisierung: "Mit unserem eingebauten Optikmodul gibt es kein Verwackeln mehr selbst beim Smartphone", verspricht Marketingchef Martin Dominicus.

Ebenfalls eine weltweite Superlative preist Pentax an: "Unsere 'Q 10' ist die kleinste Systemkamera der Welt", sagt ein Sprecher. Ihre Zwergen-Maße: 10,2 Zentimeter breit, 5,8 Zentimeter hoch und 3,3 Zentimeter tief - bei 180 Gramm Gewicht. Noch winziger ist die Nikon "Coolpix S01", die kleiner als eine Scheckkarte ausfällt. Markus Hillebrand meint zu dieser Neuheit: "Das ist Fashion und Lifestyle. Sie hat aber auch überzeugende innere Werte."

Ausgefeilte High-Tech steckt aber nicht nur in Kameras, sondern auch in den Druckern. Die neuesten Epson-Modelle etwa springen auf Anweisung via iPad oder iPhone an. So kann etwa der Sohn aus dem fernen Amerika per Knopfdruck den Drucker der Eltern daheim mit seinen aktuellsten Bildaufnahmen anwerfen.

Eine neue Technologie, die der Fotobuch-Marktführer Cewe Color präsentiert, verbindet Fotos und Videos. Wer ein Fotobuch am PC erstellt, kann nun auch seine Videos als Filmstreifen dazu laden. Dieser enthält im Fotobuch automatisch einen QR-Code. Wird der Code mit einem iPad oder Smartphone abgescannt, läuft das Video inklusive Ton an - fast so, als würden Bilder das Laufen und Sprechen lernen. (dpa/tc)