Web 2.0 - Umfrage

Soziale Netzwerke fördern Meinungsbildung

04.08.2009
Ima Buxton arbeitet als freie Redakteurin in München. Sie schreibt schwerpunktmäßig zu Strategie- und Trendthemen.
Der Trend, sich in den sozialen Netzwerken des Internets zu organsisiern, ist ungebrochen: 47 Prozent der User hierzulande haben inzwischen ein Profil auf einer der Plattformen wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag von Vodafone.
Junge Menschen unter 30 Jahren sind auf den Plattformen des Web 2.0 sehr aktiv.
Junge Menschen unter 30 Jahren sind auf den Plattformen des Web 2.0 sehr aktiv.
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Bei den Unter-30-Jährigen liegt das Aktivitätsniveau sogar noch deutlich höher: 89 Prozent der 14 bis 29-Jährigen beteiligen sich als Mitglieder an Online-Communites. Von ihnen haben bereits 80 Prozent das Web 2.0-Umfeld genutzt, um Texte, Fotos, Musik oder Filme im Internet hochzuladen, der Gesamtanteil liegt bei 61 Prozent. "Die Zugehörigkeit zur Generation Upload ist längst keine Altersfrage mehr", kommentiert Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer von TNS Emnid, die Ergebnisse. "Vor allem die starke Nutzung der sozialen Netzwerke zeigt, wie sehr das Internet unser Leben bereits beeinflusst und ganz neue Kontakt- und Dialogformen bietet."

Die häufig geäußerte Befürchtung, das Internet verdränge die sozialen Kontakte im wirklichen Leben, konnte die Umfrage widerlegen. 34 Prozent der Internetnutzer haben mehr reale Kontakte durch das Internet, lediglich sieben Prozent weniger. Bei den Jüngeren ist das Verhältnis mit 49 zu fünf Prozent sogar noch deutlicher.

Fast ein Drittel hat schon im Internet diskutiert

Das Internet scheint indes die Hemmschwelle zu senken, mit anderen zu kommunizieren oder die eigene Meinung kund zu tun. Denn während nur 20 Prozent der Befragten schon einmal einen Leserbrief an eine Zeitung geschrieben haben, waren laut Studie 32 Prozent der Onliner bereits als Diskutanten im Internet aktiv. Bei den 14- bis 29-Jährigen Internetnutzern haben sich sogar 55 Prozent bereits an Debatten auf Internetforen beteiligt, während sich nur elf Prozent in dieser Altersgruppe an einen eigenen Leserbrief erinnern, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Besonders schätzen die Deutschen im Internet Erfahrungsberichte von anderen Menschen zum Beispiel über Urlaubsreisen oder Produkte: 61 Prozent halten sie für wichtig.

Unter den elektronischen Kommunikationskanälen werden die E-Mail mit 51 Prozent der Internetnutzer und Handy-Telefonate mit 48 Prozent der Mobilfunknutzer als wichtig eingestuft. Die sozialen Netzwerke folgen mit 42 Prozent deutlich vor SMS mit 30 Prozent der Mobilfunknutzer. In der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen liegen Handy-Telefonate mit 74 Prozent klar vorn, gefolgt von der SMS mit 59 Prozent und sozialen Netzwerken mit 52 Prozent.