Ernüchternde Studie

Soft Skills sind überbewertet

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Soft Skills sind für die Berufsmarktchancen von IT-Fachkräften weit weniger entscheidend als oft behauptet wird. Mit Branchenkenntnissen können die Kandidaten dagegen fast immer punkten.

So lauten die wichtigsten Erkenntnisse der IT-Skills-Studie 2009 des auf das Thema Skills-Management spezialisierten Software- und Beratungshauses Data Assessment Solutions. Ziel war, die Frage nach dem Wert unterschiedlicher IT-Kompetenzen mit quantitativen statistischen Methoden aus der Marktforschung zu beantworten.

Durchschnittliche Teamfähigkeit und Selbstorganisation vorausgesetzt, spielt die Verbesserung der Soft Skills auf dem Berufsweg von IT-Spezialisten nur noch eine untergeordnete Rolle. Viel stärker können sie ihren Marktwert steigern, indem sie sich in die Besonderheiten bestimmter Wirtschaftszweige einarbeiten. Wer einen Job in der Versicherungs-IT anstrebt, könnte sich zum Beispiel mit Abläufen in der Schadensabwicklung vertraut machen.

Die Kombination von technischen Kenntnissen mit Business-Skills ist gefragt wie nie, meint Data Assessment Solutions. Dies hat ein Paarvergleich von IT-Kompetenzprofilen mit Hilfe der in der Marktforschung etablierten Verbundmessung (Conjoint-Analyse) ergeben.

Die Datenerhebung fand auf der CeBIT 2009 durch Befragung dort anwesender IT-Professionals statt. Ausgewertet wurden die Umfrageergebnisse am Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Professor Joachim Giesen, Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Informatik der Universität und wissenschaftlicher Leiter der Studie, zeigte sich in zwei Punkten überrascht: "Zum einen hatten wir nicht erwartet, dass das Ergebnis derart homogen ausfallen würde. Es scheint tatsächlich große Einigkeit darüber zu herrschen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ein IT-Mitarbeiter heute mitbringen muss", so Giesen.

"Zum anderen war es ungewöhnlich, dass im Allgemeinen kein bestimmtes Merkmal das Entscheidungsverhalten der Befragten dominierte. Defizite in einem Bereich konnten fast immer durch besondere Qualifikation in einem anderen ausgeglichen werden. Es zählte also vor allem der Gesamteindruck."

Die IT-Skills-Studie 2009 kann unter http://www.data-assessment.com/de/Skills2009 abgerufen werden.

Stellensuchenden und Personalern stellt Data Assessment Solutions mit dem IT-Skills-Rechner ein Tool zur Verfügung, mit dem sie nachvollziehen können, welchen Wert die Teilnehmer der Studie ihren Kompetenzniveaus beziehungsweise denen ihrer Mitarbeiter beigemessen haben. Dort lassen sich zwei Fähigkeitsprofile konstruieren und so vergleichen, dass direkt ersichtlich wird, welche Qualifikationen den Marktwert am stärksten erhöhen. (hk)