Jogginganzug und Wäscheberge

So umgehen Sie Stolperfallen beim Video-Interview

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Immer mehr Firmen setzen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern auf Video-Interviews. Ein Bewerbungsgespräch online hält jedoch einige Fallstricke für Bewerber bereit. LifeSize Communications, Logitech-Tochter und Anbieter von Videokonferenzsystemen, gibt fünf Tipps für den perfekten Auftritt bei Vorstellungsgesprächen per Video.
Auch wenn Videokonferenzen technisch kein Problem mehr darstellen, muss man einige Dinge beachten.
Auch wenn Videokonferenzen technisch kein Problem mehr darstellen, muss man einige Dinge beachten.
Foto: Lifesize

Die Popularität von Diensten wie Skype, Lync, Google Hangout oder Apple Facetime hat dazu geführt, dass mehr als acht Millionen Deutsche privat oder beruflich regelmäßig Videokommunikation nutzen. Auch im Bewerbungsprozess setzen Unternehmen immer häufiger auf Videotechnologie, um sich ohne großen Aufwand einen tieferen Eindruck von den Job-Kandidaten zu verschaffen. Die Präsentation per Video hält für Bewerber jedoch einige Fallstricke bereit. Die Experten von LifeSize haben zusammengestellt, auf welche Punkte Bewerber besonders achten sollten.

1. Der erste Eindruck entscheidet

Anders als beim Gespräch vor Ort können Bewerber bei einem Termin über Video länger an ihrem ersten Eindruck feilen. Bei den meisten Videokonferenzsystemen ist der Bildausschnitt flexibel einstellbar. So können Kandidaten noch vor dem Gespräch entscheiden, ob sie in Detail- oder Ganzkörperdarstellung zu sehen sein wollen - je nachdem, wie sie sich sicherer fühlen.

2. Seriöse Kleidung und neutraler Hintergrund

Ein Bewerber im Jogginganzug und dreckige Wäsche im Bild hinterlassen keinen guten Eindruck. Personaler sehen Chaos in der Wohnung oft als Zeichen dafür, dass der Kandidat seine Aufgaben im Job auch nicht sorgfältig erledigt. Bewerber sollten daher auf einen neutralen Hintergrund und seriöse Kleidung achten. Mit einem Business-Outfit kann der potentielle Mitarbeiter nicht viel falsch machen. Falls er sich in einer kreativen Branche bewirbt, darf der Dresscode auch etwas legerer ausfallen.

3. Multimedia für sich nutzen

Bei einem Vorstellungsgespräch über Video konzentrieren sich viele Bewerber in erster Linie darauf, die Fragen der Personalverantwortlichen zu beantworten. Doch damit haben sie nicht das Potenzial ausgeschöpft, das ihnen Videokommunikation zur Selbstpräsentation bietet. Denn genauso wie beim Bewerbungsgespräch vor Ort gilt auch bei Videointerviews: Personaler bewerten es als positiv, wenn Bewerber Flipcharts oder Powerpoint-Präsentationen zur Selbstpräsentation einsetzen. Es lohnt sich, während eines Videointerviews Dokumente über Instant Messenger, E-Mail oder die Videokonferenzsoftware selbst an die Gesprächspartner weiterzuleiten beziehungsweise zu teilen. Damit können sich Bewerber wirkungsvoll von Konkurrenten abheben.

4. Präsent bleiben - bis zum Schluss

Viele Videosysteme nehmen im 170-Grad-Winkel auf. Sie liefern einen guten Einblick in den Raum der Interviewpartner. Daher sollten Bewerber sich nie unbeobachtet fühlen, solange die Videokamera eingeschaltet ist: Auch wenn Bewerber in einem Videogespräch niemanden auf dem Bildschirm sehen, könnten Personaler sie weiterhin beobachten.

5. Videosoftware vorher testen

Nicht zuletzt kann die Technik dem Bewerber einen Strich durch die Rechnung machen. Schlechte Tonqualität und ein verpixeltes Bild schaden jedem noch so professionellen Auftritt. Daher sollte der Bewerber einen Testlauf mit einem Freund starten. So kann er feststellen, ob der Straßenlärm im Hintergrund stört und wie er sein Gerät ausrichten muss, um optimal sichtbar zu sein.