Richtig bewerben auf internationalem Parkett

So sieht der englische Lebenslauf aus

Sabine Schnorr ist Geschäftsführerin Rosetta Stone Zentraleuropa.
Der englische Curriculum Vitae unterscheidet sich signifikant vom deutschen Lebenslauf. Wir zeigen anhand eines englischen Beispiels, worauf bei einer korrekten Bewerbung zu achten ist.

Eine Anstellung im Ausland kann ein echter Karrierekick sein. Wer eine solche Position anstrebt, sollte jedoch beachten, dass die Personaler erwarten, die Bewerbung in ihrer Firmensprache zu erhalten. Vielfach ist dies das Englische. Mit einer Übersetzung der deutschen Unterlagen ist es hierbei noch nicht getan. Insbesondere beim Lebenslauf gibt es darüber hinaus noch formale und inhaltliche Unterschiede, die es zu berücksichtigen gilt.

Persönliche Daten

Wie im Deutschen startet die englische Bewerbung mit den persönlichen Daten. Sie nennen also zunächst Ihren Namen, Ihre Adresse, die Festnetz- und Mobilfunknummern sowie Ihre E-Mail-Adresse. Achten Sie dabei auf eine internationale Schreibweise und wandeln Sie Umlaute um: Statt Daniel Düsentrieb also besser Daniel Duesentrieb schreiben. Anders als der deutsche Lebenslauf enthält der englische jedoch weder ein Porträtfoto, noch Angaben zum Alter. Sie sollten also darauf verzichten, ein Bild von sich einzufügen und ihr Geburtsdatum zu nennen.

Aussehen könnte das so:

Name
Address
+49 12 / 34 56 789 •+49 123 / 45 67 899 • name@mail.com

Personaler erwarten, Bewerbungen in ihrer Firmensprache zu erhalten.
Personaler erwarten, Bewerbungen in ihrer Firmensprache zu erhalten.
Foto: Artkwin - shutterstock.com

Objective

Wer möchte, kann als nächste Rubrik die Zielsetzung bzw. "Objective" folgen lassen. Dies ist nicht zwingend notwendig, empfiehlt sich jedoch, wenn man sich auf eine ganz spezielle Stelle im Unternehmen bewirbt und der berufliche Lebenslauf nicht klar erkennen lässt, was man anstrebt. Wenn man sich nicht auf eine spezielle Stelle bewerben möchte, kann man dadurch auch seine Offenheit gegenüber verschiedenen Positionen andeuten.

Zum Beispiel mit einem solchen Satz: "A dynamic, technical-oriented professional specialised in various forms of IT and network infrastructure, seeking a career in IT Management where previous experience and skills can be put to efficient use."

Personal Profile

In einem "Personal Statement" oder "Personal Profile" kann der Bewerber seine Stärken kurz und prägnant aufführen und darlegen, warum er aus seiner Sicht für die Stelle geeignet ist. Fassen Sie sich kurz und beschränken Sie sich auf zwei bis drei aussagekräftige Sätze, die klaren Bezug zur angestrebten Stelle nehmen.

So könnte das aussehen: "I am an enthusiastic and hands-on IT professional with more than 6 years of experience in 2nd and 3rd line support. My track record of managing and maintaining servers and desktops in LAN/WAN network infrastructures is complemented by a meticulous approach to smooth-running business operations. Qualified to industry standards, I closely track the latest technologies and apply them to my duties wherever possible."

Key Skills

Die "Key Skills" umfassen die für die angestrebte Position relevanten Fähigkeiten und Kompetenzen. An dieser Stelle können Sie erworbene Technologie- aber auch Sprachkenntnisse oder Qualifikationen aufführen. Bei der Position der "Key Skills" scheiden sich die Geister. Während einige Personaler empfehlen, diese bereits zu Beginn des Lebenslaufs aufzuführen, plädieren andere dafür, sie dem Abschnitt "Education" folgen zu lassen. Nicht zuletzt hängt dies von der Argumentationskraft Ihrer Fähigkeiten ab. Verdeutlichen diese besonders gut Ihre Qualifikation für die adressierte Stelle, sollten sie möglichst weit vorne stehen. Unterstreichen dagegen eher die einzelnen Etappen ihrer beruflichen Laufbahn, warum Sie für die Stelle geeignet sind, rücken die "Key Skills" nach hinten.

Formal kann man die "Key Skills" als Liste in den Lebenslauf einfügen:

Windows NT, XP, Vista, Windows7

LAN/WAN technology

Windows Server 2003/2008

Active Directory and Exchange 2003/2007/2010

MS Office 2003/2007/2010

DNS, DHC, WLAN, VPN

Sophos, McAfee and other Antivirus Software

Employment History

Den größten Teil des Lebenslaufs nimmt in der Regel die "Employment History", bzw. der berufliche Werdegang ein. Führen Sie, wie im Deutschen auch, alle relevanten Stationen auf, die Sie durchlaufen haben - einschließlich Position, Firmenname und Dauer der Anstellung und ergänzen Sie die wichtigsten Aufgaben und Leistungen, die Sie jeweils erbracht haben. Wie häufig auch in deutschen Bewerbungen usus, erwartet der Personalverantwortliche eine Umkehrung der chronologischen Reihenfolge. Beginnen Sie also bei Ihrer letzten Stelle und arbeiten sich sukzessive in die Vergangenheit vor.

Die einzelnen Stationen lassen sich so darstellen:

Company Name - City
IT Support Engineer
August 2008-Present

Helped migrate services from Windows Server 2003 to Windows Server 2008 R2.

Managed SQL Server 2005 & Exchange 2007, and over 300 user accounts in Active Directory.

Managed and Administered Windows XP and Windows 7 workstations and laptops.

Supported and maintained servers and backups.

Shared knowledge with new recruits.

Education

Dem beruflichen Werdegang schließt sich, ebenfalls in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, die Ausbildung, also "Education" an. Der Personaler erhält hier einen Überblick über die besuchten Bildungseinrichtungen, Ihre Fächer bzw. "Subjects" und Ihre Abschlüsse bzw. "Degrees". Da sich das deutsche Notensystem wesentlich vom englischen unterscheidet, ist es empfehlenswert, in Klammern zu erläutern, welchen englischen Noten die deutschen entsprechen.

Die Ausbildungsstationen können so dargestellt werden:

University Name

(September 2004 - July 2008)

Subject: type of degree awarded

SchoolName

(September 1991 - May 2004)

Degree

Hobbies & Interests

Der Lebenslauf kann mit einem kurzen Hinweis auf Hobbies und persönliche Interessen abgerundet werden. Wie im Deutschen ist dies fakultativ und hängt vom Einzelfall ab.Der Hinweis auf die Hobbies könnte in etwa so klingen: "Socialising with friends and family, watching TV (BBC Click, news and documentaries), playing football on a weekly basis and computing (creating and designing software and websites)."

References

Im Unterschied zu ihren deutschen Kollegen erwarten englische HR Manager am Ende des CV die Aufführung von ein bis zwei Referenzen. Diese gibt man mit einem Hinweis auf ihre Funktion mit voller Adresse inklusive Telefonnummer an, denn häufig werden diese Fürsprecher vor der Einladung zu einem Gespräch kontaktiert. Wer keine Referenzen angeben möchte, kann mit der Formulierung "References available on request" andeuten, dass diese im Bedarfsfall nachgereicht werden können. Wird man zum Vorstellungsgespräch eingeladen, empfiehlt es sich, die Daten parat zu haben.

Mit den "References" endet der englische CV:

Name (Function, z. B. Employer)

Position

Company

Address

Telephone number

Email address

Oder:

References are available upon request.

Anders als der deutsche Lebenslauf wird der englische nicht unterzeichnet.