CW-Kolumne

Smart ist die Losung

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Wenn IBM heute neue Mainframes ankündigt, ist man versucht zu glauben, man wohne einer rückwärtsgewandten Technologieveranstaltung bei.
CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer
CW-Redakteur Jan-Bernd Meyer

Die Ewiggestrigen geben sich ein Stelldichein. Old School kämpft einen aussichtslosen Kampf gegen die flexible, neue und smarte IT-Welt der Jetztzeit.

Smart ist hier das Schlüsselwort. Und dies in mehrerlei Hinsicht. IBM fährt seit der Rede seines ehemaligen CEO Sam Palmisano im November 2008 beim Council on Foreign Relations eine "Smarter-Planet"-Kampagne. Vordergründig mag diese Initiative von Big Blue kritischen Geistern lediglich wie eine - allerdings ziemlich gelungene - PR-Kampagne anmuten. Es zeigt sich aber, dass Big Blue hier eine ideelle Klammer gefunden hat, die das Problem weltweiter Ressourcenknappheit und die eigene Produktentwicklung sinnvoll in Beziehung setzt. Das ist, insbesondere im Vergleich zu mancher Konkurrenz in der ITK-Branche, durchdacht und vorausschauend.

IBM zEnterprise-EC12
IBM zEnterprise-EC12
Foto: IBM

Nun gut, fragt der kritische Zeitgeist, was hat das mit den neuen zEnterprise-EC12-Systemen zu tun? Eine Menge. Denn tatsächlich geht es bei dieser Ankündigung nicht einfach um neue Hardware. Die ist für sich genommen mit ihren Leistungscharakteristika zwar interessant. Viel wichtiger für IBM ist aber, dass die eine Milliarde Dollar, die in die Entwicklung dieser neuen Maschinen geflossen sind, eine Investition darstellt, die gleich mehreren Produktsegmenten zugutekommt. Die Hardware der Systems and Technology Group, zu der die Mainframes gehören, ist "lediglich" das Trägermedium für IBMs integrierte Angebote. Zu denen zählen Smart Analytics, Smart Cloud, Blade Center for Cloud und Netezza. Eine Studie von Kajashi attestiert Mainframes, sie seien "unverwüstlich". Das hat weniger mit großen Zuwachsraten bei diesen Boliden zu tun als vielmehr mit dem Software- und Servicegeschäft, das mit solchen Systemen verbunden ist. Und das ist enorm. Wenn IBMs Mainframe-Vorstellung also eines nicht ist, dann rückwärtsgewandt. Sondern im Zweifel eher ziemlich smart.