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Siebel integriert mit Bea und IBM

28.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bea Systems hat sich in eine Integrations-Troika mit dem Java-Rivalen IBM begeben, in deren Mittelpunkt der CRM-Softwarespezialist (Customer Relationship Management) Siebel Systems steht. Einem Bericht von "Computerwire" zufolge wird Siebel heute ankündigen, dass Beas "Weblogic Integration 8.1" eine Implementierung der Business Process Execution Language for Web Services (BPEL4WS) nutzt, um out-of-the-box-Unterstützung für Siebels Prozessplattform "Universal Application Network" (UAN) bereit zu stellen.

UAN liefert ein Framework zum Abbilden von Geschäftsprozessen, die passende Integration übernimmt Weblogic Integration. Beide Unternehmen werden die Technik gemeinsam vermarkten und vertreiben. Im vergangenen Oktober hatten beide Firmen eine strategische Partnerschaft angekündigt (Computerwoche online berichtete). Kunden sollen davon durch geringeren Arbeitsaufwand profitieren. Morris Beton, Senior Vice President of Business Development, schätzt, dass 40 Prozent der Anwendungsentwicklung mit Integration draufgeht. "Wir liefern Technik, die das für die Integration nötige Coding umgeht", verspricht der Bea-Mann. "Bea stellt die Infrastruktur für Integration auf Anwendungsebene bereits, und Siebel liefert das Framework, um auf Geschäftsprozessebene zu integrieren."

Durch die Kooperation mit Bea hat Siebel einen der beiden führenden J2EE-Anbieter (Java 2 Enterprise Edition) auf seiner Seite, die ihre dominierende Position im Markt für Application Server auf das Integrationsfeld ausdehnen wollen. Siebel sucht aber möglichst breite Unterstützung bei J2EE-Anwendern und hat deswegen bereits im vergangenen Jahr eine UAN-Partnerschaft mit IBM vereinbart. Der CRM-Spezialist nahm seinerzeit Big Blues Geschäftsprozess-Templates und Common Object Models in Lizenz, die eine wichtige Komponente der Prozess-Bibliothek von UAN bilden.

Kunden, die Siebels Point-to-point-Konnektoren zur Anbindung von Third-Party-Anwenungen nutzen, bietet das Unternehmen außerdem die Migratione auf UAN-basierende Lösungen an, die auf "Websphere Business Integration" aufsetzen. Bharath Kadaba, Siebels Vice President und General Manager UAN, erklärte, angesichts der dominierenden Marktpositionen von Bea und IBM sei es für seine Firma wichtig, beider J2EE-Infrastrukturen zu unterstützen. "Kunden kaufen gewöhnlich das eine oder das andere - wir müssen mit beiden arbeiten", so der Siebel-Manager. (tc)