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Serviceorientierte Architekturen für den Einzelhandel unverzichtbar

18.02.2008
Von pte pte
Nach Analysen von Richard Mader, Executive Director der Association for Retail Technology Standards (ARTS) http://www.nrf-arts.org , erkennt der Einzelhandel immer mehr, wie unverzichtbar IT-Unternehmensarchitekturen und serviceorientierte Architekturen (SOA) für das laufende Geschäft, für neue Produkte und Dienstleistungen sind.

"Eine Unternehmensarchitektur ist ein formaler, dokumentierter Rahmen, der beschreibt, wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter, seine Verfahren, sein Leistungsmanagement, sein Know-how und seine Technologie organisiert, um die Umsetzung seiner Unternehmensstrategie zu messen, zu verwalten und mitzuteilen. Wie aus dieser Definition hervorgeht, dreht sich die Unternehmensarchitektur um weit mehr als nur IT. Die Schaffung einer Unternehmensarchitektur stellt den Schlüssel für die Integration von Unternehmens- und IT-Planung dar. Sie identifiziert die Prozesse und Dienstleistungen, die die IT-Abteilung dem Unternehmen bereitstellen muss. Die IT-Abteilung kann dann diese Liste der erforderlichen Dienstleistungen prüfen und ausfindig machen, wie diese am besten zu erwerben und dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen sind. Dies ist der erste Schritt zur Planung der serviceorientierten Architektur", so Mader im Vorfeld der EuroShop http://www.euroshop.de in Düsseldorf (23. bis 27. Februar 2008), der weltweit größten und wichtigsten Investitionsgüter-Messe für den Handel und seine Partner.

Der Begriff "serviceorientierte Architektur" drücke eine Perspektive der computergestützten Architektur aus, die die Nutzung der Dienstleistungen so definiert, dass die Anforderungen aller Nutzer der Anwendung unterstützt werden. Laut Tom Starling, dem Präsidenten der Information Services Group http://www.informationsg.com , stellt SOA eine Strategie der Software-Architektur dar - kein zu erwerbendes Produkt - die die Nutzung von Dienstleistungen definiert, um die Bedürfnisse der Software-Nutzer zu unterstützen. "In einer SOA-Umgebung werden Anwendungen, die Geschäftsprozesse in einem Netzwerk durchführen, als unabhängige Dienstleistungen zur Verfügung gestellt - ohne Restriktionen hinsichtlich der Technologiebesonderheiten von Windows, Unix, Java oder C-Sharp. Einfacher ausgedrückt: sie ist unabhängig von Anbietern und Betriebssystemen", erläutert Mader.

Eine Dienstleistung bei SOA sei eine Anwendungsfunktion, die in Form einer wieder verwendbaren Komponente zur Anwendung in Geschäftsprozessen angeboten wird. Sie stelle entweder Informationen zur Verfügung oder ermöglicht die Änderung geschäftlicher Daten: "Eine IT-Abteilung muss nicht für jede neue oder geänderte Geschäftsanforderung einen Anwendungscode entwickeln oder kaufen. Sie erhält den Zugang über Freeware oder durch einen Vertrag mit den Anbietern eines bewährten Codes. Ein Großteil dieses Austauschs erfolgt im Internet über Web Service-Standards", sagt Mader.

SOA ist nach seiner Meinung keine Modererscheinung oder ein Hype mit kurzer Halbwertzeit. "ARTS ist davon überzeugt, dass SOA langfristig ein entscheidender und notwendiger Bestandteil erfolgreicher IT-Abteilungen im Einzelhandel ist. Das wird durch die SOA-Implementierung bei Harrods, Home Depot, Federated, Kohl's Raley's und Yum gestützt, um nur ein paar Namen zu nennen." Es gebe viele Vorteile bei der Planung und Implementierung einer SOA-Strategie, wobei zu den typischen Faktoren für den Anfang die folgenden zählen: Die Bündelung verschiedener Kanäle in einen, so dass die Kunden beim Kauf im Internet, Kiosk oder Laden dieselben Dienstleistungen erhalten. Verbindung aller Informationen über einen Kunden, um die langersehnte "Gesamtansicht des Kunden" zu bieten.

SOA ermögliche die Implementierung offener Standards wie die XLM-Schemata von ARTS, um Anwendungen innerhalb des Unternehmens zu integrieren. "XML ist eine der Basistechnologien innerhalb jeder SOA-Strategie. SOA erfordert außerdem eine Datenarchitektur, die sich leicht aus dem ARTS-Datenmodell erstellen lässt", so Mader. Die jüngst von der National Retail Federation (NRF) http://www.nrf.com und ARTS veröffentlichte Ausschreibung zielt darauf ab, eine Master Data Management-Anwendung (MDM) auszuwählen, um konsistente und genaue Informationen über die Hauptkomponenten im Einzelhandel zu schaffen und zu pflegen: Kunden, Anbieter, Produkte, Konten und Eigenschaften. "Diese Datenarchive stellen wesentliche Komponenten der Datenarchitektur innerhalb einer SOA dar. Tatsächlich könnte man ein MDM-Projekt in Abstimmung mit einer SOA-Implementierung in Betracht ziehen. Alle Vorteile von ARTS-Standards - einfache Integration, Flexibilität bei der Anwendungsauswahl und -implementierung und niedrigere Technologiekosten - lassen sich leicht durch SOA-Architekturen ermöglichen", führt Mader weiter aus.

Zu den Vorteilen einer SOA für den Einzelhändler zählt Mader die Flexibilität bei Unternehmensverfahren, eine schnellere Reaktion auf Marktveränderungen, das Angebot eines personalisierten Einkaufserlebnisses für Kunden im Internet, die Einführung eines spezialisierten Internetportals für Lieferanten, Mitarbeiter und andere Geschäftspartner, der Wechsel von manuellen zu automatisierten Transaktionen zwischen Lieferanten und Einzelhändlern sowie zwischen Einzelhändlern und deren Kunden. "Die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern bei neuen Produkten, Promotion und Werbung wird verbessert. Es können intelligentere Tools für Data-Mining, Mustererkennung und statistische Methoden bereit gestellt werden, um Diebstahl und Betrug zu bekämpfen. Man kann doppelte Systeme ausschließen und erhöht die Effizienz durch die Übernahme von Standards, die die Interoperabilität ermöglichen. Man eröffnet die Möglichkeit, die vorgefertigten Dienstleistungen Dritter in die Anwendungen der Einzelhändler zu integrieren, beispielsweise Google Map", resümiert Mader, der seine Thesen auf der Euroshop am 25. Februar 2008, um 17 Uhr am Messestand des Technologieherstellers Bizerba vortragen wird (Halle 6, Stand C45). (pte)