Windows XP

Service Pack 2 wird zum Sicherheitsrisiko

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Am 13. Juli stellt Microsoft den Support für Windows XP mit Service Pack 2 ein. Ab dann erhalten Anwender keine Sicherheits-Updates gegen Angriffe und Malware mehr. Ein Wechsel auf SP3 oder Windows 7 ist also überfällig.

Drei von vier Unternehmen gehen nach einer Untersuchung des kanadischen IT-Serviceproviders Softchoice ein erhebliches Risiko ein, weil sie noch immer Windows-XP-Rechner mit dem im Herbst 2004 eingeführten Service Pack 2 (SP2) nutzen. Dessen Support stellt Microsoft aber am 13. Juli ein, ebenso den für Windows Vista ohne Service Pack und Windows 2000 mit SP 4.

Nach Angaben des in Toronto ansässigen Unternehmens nutzen noch 77 Prozent der befragten Unternehmen Windows XP SP2 auf mindestens zehn Prozent ihrer PCs. Insgesamt wurden 278.000 Business-Rechner analysiert, rund 36 Prozent davon arbeiten noch mit dem veralteten Betriebssystem. "Das sind Zahlen, die kann man nicht einfach so ignorieren", meint Dean Williams, verantwortlich für das Service Development bei Softchoice.

Nach dem 13. Juli wird es keine Sicherheits-Updates für SP2 mehr geben, so dass Anwender schnellstens auf das bis zum 8. April 2014 gepflegte SP3 wechseln sollten. Softchoice hat die Daten bei den Kunden seines Software-Asset-Management-Services eingesammelt, in dessen Rahmen Unternehmen auch Dienstleistungen rund um den Hardware-Lifecycle und das Lizenz-Management beziehen können. Untersucht wurden die PCs in 117 amerikanischen und kanadischen Firmen verschiedener Branchen.

"Es ist unrealistisch zu erwarten, dass diese Unternehmen binnen der nächsten drei Wochen Windows 7 ausrollen werden", meint Williams im Gespräch mit der amerikanischen COMPUTERWOCHE-Schwesterpublikation Computerworld. Sein Rat: Schnell identifizieren, welche Rechner betroffen sind und sofort auf SP3 upgraden. Dieses Service-Pack wurde im Mai 2008 eingeführt und ist - wie sein Vorgänger - kostenlos (hier) für alle XP-Nutzer verfügbar.

Bereits einen Monat zuvor hatte auch das auf IT-Sicherheit spezialisierte Softwarehaus Qualys gewarnt: Demnach soll noch etwa die Hälfte aller Enterprise-PCs mit SP2 werkeln. Analysten gehen davon aus, dass der ohnehin starke Trend in Unternehmen, Windows 7 einzuführen, durch das Service-Pack-Problem noch einmal verschärft wird. Andererseits besteht kein Grund, nicht sofort und ohne Umwege auf Windows XP SP 3 zu wechseln, da dieser Schritt - anders als der damalige Wechsel zu SP 2 - kaum technische Komplikationen nach sich ziehen dürfte. Es handelt sich lediglich um eine längst veröffentlichte und vielfach geprüfte Sammlung von Patches und Fixes.

Microsoft macht seine Kunden bei seinem monatlichen Patch Tuesday immer wieder auf das Ende des Supports für SP2 aufmerksam. SP3 kann von der Microsoft-Site oder von XP-PCs mit SP2 über den Windows Update Service installiert werden.