Server-Business brummt zum Glück

Schwacher PC-Markt bremst Intel

15.04.2015
Intel ist nach wie vor abhängig vom PC-Geschäft. Dass sich Notebooks und Desktops schlechter verkaufen, drückt auf die Bilanz. Zu seinem Glück ist der Konzern aber gut im Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren.

Der Chip-Riese Intel wird vom schwachen PC-Markt belastet. Der Umsatz stagnierte im vergangenen Quartal beim Vorjahreswert von 12,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn legte um drei Prozent auf zwei Milliarden Dollar zu, wie Intel nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Intel-Zentrale in Santa Clara, Logo vor dem Robert Noyce Building
Intel-Zentrale in Santa Clara, Logo vor dem Robert Noyce Building
Foto: Intel

Der Umsatz in der PC-Sparte fiel im Jahresvergleich um acht Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal war es sogar ein Minus von 16 Prozent. Das operative Ergebnis der Sparte fiel binnen eines Jahres um fast ein Viertel auf gut 1,4 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Schlussquartal 2014 halbierte es sich sogar. Während Intel nach Stückzahlen sechs Prozent mehr Chips absetzte, fiel der durchschnittliche Verkaufspreis um 13 Prozent.

Der PC-Markt werde eine Herausforderung bleiben, sagte Intel-Chef Brian Krzanich nach Vorlage der Zahlen. Verbraucher und Unternehmen greifen schon seit einigen Jahren verstärkt statt PCs zu Smartphones und auch Tablet-Computern. Im vergangenen Jahr hatte es zwar einen Absatzsprung gegeben, nachdem Microsoft die Unterstützung des alten Betriebssystems Windows XP eingestellt hatte. Dieser Effekt lässt jedoch inzwischen nach.

Silhouette des Intel-Chefs Brian Krzanich bei seiner Keynote auf der CES 2015
Silhouette des Intel-Chefs Brian Krzanich bei seiner Keynote auf der CES 2015
Foto: Intel

Intel weist seine Zahlen aus dem Geschäft mit Prozessoren für Smartphones und Tablets nicht mehr einzeln aus. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern hier viel Geld verloren, während bei den mobilen Geräten nach wie vor Technologie des britischen Chipentwicklers ARM dominiert.

Intels Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren wuchs dagegen im Vergleich zum ersten Quartal 2014 um fast ein Fünftel auf 3,7 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis des Bereichs legte von 1,34 auf 1,7 Milliarden Dollar zu.

In seiner Fab 32 in Chandler, Arizona, produziert Intel schon im 14-Nanometer-Prozess.
In seiner Fab 32 in Chandler, Arizona, produziert Intel schon im 14-Nanometer-Prozess.
Foto: Intel

Mit Chips für vernetzte Geräte im sogenannten Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) setzte Intel 533 Millionen Dollar um, das war ein Plus von elf Prozent binnen eines Jahres. Die Sparte verdiente operativ 87 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor lag das Ergebnis noch bei 115 Millionen Dollar.

Für das gesamte Jahr rechnet Intel nur noch mit einem stagnierenden Umsatz. Die Erlös-Prognose für das vergangene Quartal hatte der Konzern vor einigen Wochen bereits um eine Milliarde Dollar gekappt - die reduzierte Zielmarke nun aber getroffen. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um gut drei Prozent zu. (dpa/tc)