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Schleswig-Holstein baut E-Gov-Portal mit .NET

31.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Land Schleswig-Holstein richtet eine E-Government-Plattform auf Basis von Microsofts .NET ein. Über das "Government Gateway" sollen Bürger und Unternehmen künftig Leistungen und Informationen der Landesverwaltung abfragen und Anträge stellen können. Die Lösung wurde vom Dienstleister Dataport in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt. Sie ist als "HamburgGateway" bereits seit 2003 mit mittlerweile 37.500 Nutzern im Einsatz.

"Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein arbeiten schon seit einiger Zeit erfolgreich im Bereich E-Government zusammen. Diese Zusammenarbeit stärkt die gemeinsame Metropolregion Hamburg. Das Government Gateway ist ein weiteres Beispiel für den produktiven Austausch der beiden Länder", erklärte Gerd Schramm, Leiter ressortübergreifendes strategisches IT-Management im Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein.

Auch Rheinland-Pfalz habe sich entschlossen, seine E-Government-Plattform "rlp-Middleware" auf Basis des Government Gateway zu implementieren, teilt Microsoft weiter mit. Dazu hätten Dataport und das LDI Mainz auf der CeBIT 2005 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Um die auf dem E-Government-Portal in Schleswig-Holstein angebotenen Dienste zu nutzen, muss man sich einmalig bei der Landesverwaltung registrieren und authentifizieren lassen. In der Praxis läuft ein Verwaltungsvorgang über das Government Gateway so ab: Der Besucher wählt einen Dienst aus und meldet sich mit seinen persönlichen Zugangsdaten an. Ist das Verfahren kostenpflichtig, geht eine Gebührenmeldung über die Schnittstelle zum Bezahlsystem und kann per Einzugsermächtigung oder Kreditkarte bezahlt werden.

Wenn der Besucher die ausreichende Sicherheitsstufe hat, erhält er umgehend den gewünschten Zugang und kann über ein Dialogfenster seine Abfrage oder seinen Antrag stellen. Der Vorgang wird dann an das entsprechende Fachverfahren weitergeleitet, die Antwort kommt auf dem umgekehrten Weg zurück. Sie wird im Gateway zwischengespeichert, falls der Bürger nicht mehr angemeldet ist. Bei hinterlegter E-Mail-Adresse geht an diese eine Nachricht, dass die Informationen bereitstehen.

Für Unternehmen und den verwaltungsinternen Gebrauch funktioniert das System ähnlich. Im Backend arbeiten die Web Edition von Windows Server 2003 für XML-Web-Dienste und -Anwendungen sowie "Windows Server 2003 Enterprise Edition", der Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit sicherstellen soll.

In Sachen Datenschutz will Dataport das Government Gateway als erstes IuK-Verfahren in der Öffentlichen Verwaltung überhaupt in Zusammenarbeit mit der TÜV Informationstechnik GmbH (TÜViT) nach dem Grundschutzhandbuch des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizieren lassen. Der Dienstleister strebt außerdem das Datenschutzgütesiegel des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) für das Verfahren an. (tc)