China und Japan

SAP schwächelt in Asien und muss Umsatzziel kassieren

18.07.2013
Europas größter Softwareentwickler SAP wird weiterhin vom schrumpfenden Asiengeschäft ausgebremst.
Werner Brandt, Finanzvorstand der SAP AG
Werner Brandt, Finanzvorstand der SAP AG
Foto: SAP

Der konjunkturelle Abschwung in China ziehe auch Japan herunter, sagte Finanzvorstand Werner Brandt am Donnerstag. Damit können sich die Walldorfer dem schwachen Trend nicht entziehen, der bereits dem Rivalen Oracle das Quartal verhagelt hatte. SAP senkte nun das Jahresziel für das Umsatzwachstum im Kerngeschäft mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen. Es soll den Vorjahreswert von 13,25 Milliarden Euro nur noch um zehn Prozent übertreffen - geplant waren bislang elf bis 13 Prozent.

Vorbörslich sank die Aktie um gut 3,5 Prozent auf 55,50 Euro. In den vergangenen zwei Jahren war das Papier von 42 Euro auf mehr als 64 Euro gestiegen, jüngst aber wegen Sorgen um die weltweite IT-Nachfrage wieder abgesackt. Das Unternehmen hielt dennoch am Ziel fest, 2013 einen Betriebsgewinn zwischen 5,85 Milliarden und 5,95 Milliarden Euro einzufahren.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz von 3,9 Milliarden auf 4,06 Milliarden Euro. Der Überschuss erhöhte sich dank massiver Kosteneinsparungen von 661 Millionen auf 724 Millionen Euro. SAP hatte bei der Expansion in neue Geschäftsfelder wie der Cloud, bei denen Software und Daten direkt aus dem Internet laufen, stark in neue Produkte und den Ausbau der Vertriebsmannschaft investiert. Die Kosten gerieten aus dem Ruder, so dass SAP nun auf die Bremse tritt.

SAP-Zentrale in Walldorf bei Heidelberg
SAP-Zentrale in Walldorf bei Heidelberg
Foto: SAP / Stephan Daub

"Wir haben die Profitabilität unseres Kerngeschäfts weiter verbessert und nehmen im Cloud-Bereich weiter an Fahrt auf", sagte Finanzvorstand Brandt. Im Gesamtjahr will er in der Datenwolke 750 Millionen Euro umsetzen. Mit dem zweiten Hoffnungsträger, der superschnellen Datenbank Hana, peilt er 650 Millionen bis 700 Millionen Euro an. Dies sind die beiden Felder, in denen SAP stark wächst. Das Kernprodukt Business Suite, das seit Mitte Mai zusammen mit Hana erhältlich ist, werde bereits gut nachgefragt. Auch mit der Online-Handelsplattform für IT-Produkte Ariba läuft es immer besser. SAP verwebt den Milliardenzukauf des vergangenen Jahres zunehmend mit dem eigenen Vertrieb.

In den bisherigen Wachstumsmärkten China und Japan lief das Geschäft schleppend. Wann es sich wieder aufhellt, konnte Co-Chef Jim Hagemann Snabe nicht sagen. Das stärkste Wachstum verzeichnete SAP dagegen auf dem amerikanischen Kontinent. US-Kunden gehören immer noch zu den schnellsten, wenn es darum geht, sich neue Technik wie Software aus der Datenwolke zuzulegen. Neben dem weltgrößte IT-Markt bescherte aber auch der Rest des Kontinents SAP einen prozentual zweistelligen Schub. Der Heimatmarkt Deutschland legte immerhin geringfügig zu. Auch in Indien und Brasilien laufe es gut. (dpa/tc)