Beratermarkt

SAP-Profis bleiben gut im Rennen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Trotz Krisengeredes müssen SAP-Experten nicht darben. Allerdings werden Arbeitgeber wählerischer.

"SAP-Berater sind die Könige auf dem Arbeitsmarkt", sagte noch im vergangenen Sommer selbstbewusst Ralf Breitenfeldt, Geschäftsführer von Apentia, einem auf den SAP-Arbeitsmarkt spezialisierten Dienstleister in München. "Auch heute noch geht es den SAP-Experten gut, und wir haben viele offene Positionen", erzählt Breitenfeldt, dessen Unternehmen den SAP-Jobmarkt beobachtet und Auswertungen darüber erstellt.

Hohen Einstiegsgehälter sind passé

Er schränkt allerdings ein, dass die Arbeitgeber - angesichts der veränderten Rahmenbedingungen - wieder anspruchsvoller werden: "Voriges Jahr waren die Firmen noch zu Kompromissen bereit, heute wollen sie wieder die 100-Prozentigen." Er erinnert sich an Fälle, in denen junge SAP-Berater mit wenig Erfahrung Jahresgehälter von 60.000 bis 70.000 Euro aushandelten. Das dürfte heute höchstens in Ausnahmefällen funktionieren.

Vor allem die Beratungshäuser seien wieder sehr anspruchsvoll geworden. Der Mix aus persönlichen Fähigkeiten (Beraterkompetenz) und fachlichen Qualifikationen müsse passen. In Anwenderunternehmen komme es zunächst auf die fachliche Qualifikation an, mit der positiven Konsequenz, dass auch Ältere eine Chance haben. Wenig Abstriche machten die Arbeitgeber bei den Grundvoraussetzungen, schildert der Apentia-Chef. Hochschulstudium, Erfahrung, Englischkenntnisse - diese drei Kriterien seien schon beinahe ein Muss. Das bedeute, dass Quereinsteiger heute mit Sicherheit nicht leichter unterkommen als in der Vergangenheit.

Gute Chancen in der Energiebranche

Fakt sei, dass viele Branchen wie die Fertigungsindustrie, die Automobilbranche samt Zulieferern und der Maschinenbau derzeit nur wenige neue Mitarbeiter einstellen. Der Arbeitsmarktexperte Breitenfeldt beobachtet aber auch, dass einige Unternehmen sich von ihrer strengen Rekrutierungspolitik verabschieden, weil sie nun merken, dass sie für unternehmenskritische Projekte zusätzliches Know-how von außen benötigen. Weiterhin gute Chancen hätten SAP-Experten in der Energiewirtschaft oder in Beratungshäusern, die sich in diesem Markt tummeln. Positive Nachrichten kämen auch aus dem Handel, aus der Medizintechnik und dem öffentlichen Dienst. Apentia sieht - trotz gebeutelter Finanzdienstleister - auch hier realistische Einstiegschancen. Allein wenn es beispielsweise um die Umstrukturierung der Landesbanken gehe oder das Abspalten der Dresdner Bank von der Allianz Versicherung und danach die Integration in die Commerzbank, seien die Computerfachleute stark gefragt und gebe es genug Arbeit für sie.

Am stärksten nachgefragt gegenüber dem Sommer 2008 sind aut Apentia-Auswertung SAP-Experten, die sich mit den Basiskomponenten auskennen. Ebenfalls einen Zuwachs verzeichnen die Stellenangebote, in denen es um die Module Rechnungswesen, Personalwirtschaft und um Enterprise Portal geht. Vergleichsweise etwas nachgelassen hat das Interesse an Finanz-, Logistik- und BI-Experten, insgesamt aber bleibt die Nachfrage auch nach Profis mit diesen Modulkenntnissen hoch.

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