DSAG-Investitionsumfrage

SAP-Anwender haben kein Geld für neue Themen

Martin Bayer
Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; mitverantwortlich für die Entwicklung von Themenschwerpunkten; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
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Wachstum wie zu R/3-Zeiten

Das sieht auch Michael Kleinemeier so, verantwortlich für die SAP-Geschäfte in der DACH-Region. Der Manager berichtete von Wachstumsraten, wie er sie zuletzt zu Anfangszeiten von R/3 beobachtet habe. Das gelte für sämtliche Industrien. Besonders hob Kleinemeier die Branchen Automotive, diskrete Fertigung, den Handel und den Finanzsektor hervor.

Für Michael Kleinemeier, verantwortlich für die SAP-Geschäfte in der DACH-Region, ist der deutsche SAP-Markt noch längst nicht gesättigt.
Für Michael Kleinemeier, verantwortlich für die SAP-Geschäfte in der DACH-Region, ist der deutsche SAP-Markt noch längst nicht gesättigt.
Foto: SAP

Während das ERP-Geschäft nach Angaben aller Beteiligten zu laufen scheint, muss sich der größte deutsche Softwarehersteller mit seinen neuen Themen in Geduld üben. Die Anwender planen für Techniken rund um Virtualisierung und Mobility durchaus Budgets ein. Für In-Memory-Computing, wie es SAP beispielsweise in seiner Business-Intelligence-Appliance HANA einsetzt, und für Lösungen aus der Cloud soll jedoch vorerst kein Geld ausgegeben werden, berichtete Liebstückel unter Berufung auf die aktuelle Umfrage.

SAP muss Nutzen erklären

Kleinemeier räumte ein, dass SAP an dieser Stelle noch Aufklärungsarbeit zu leisten habe. Es sei die Aufgabe des Herstellers, zu zeigen, was mit der neuen Technik möglich sei. Derzeit wüssten viele Kunden schlichtweg nicht, was sie mit HANA anfangen könnten: "Die Produktkategorie ist noch zu neu." Dennoch gab sich der SAP-Manager zuversichtlich. Im vergangenen Jahr habe SAP mit HANA bereits 160 Millionen Euro umsetzen können. Kundenzahlen will der Konzern indes nicht verraten. Bis Mai 2012 will Kleinemeier für die DACH-Region jedoch eine "gut zweistellige Kundenzahl" für HANA vorweisen.

Auch in Sachen Cloud Computing sieht der SAP-Mann keinesfalls schwarz. SAP habe im vergangenen Jahr rund tausend neue Mittelstandskunden gewinnen können. Ein erheblicher Anteil davon gehe auf das Konto des ERP-Komplettpakets Business ByDesign (ByD). Die DSAG-Umfrage führe hier möglicherweise zu keinem klaren Ergebnis. Gerade im Cloud-Umfeld dürfe man nicht übersehen, dass sich die Entscheidungswege in den Unternehmen veränderten, warnte der SAP-Manager. Cloud-Entscheidungen liefen oft am CIO vorbei und würden teilweise ohne Rücksprache mit der IT von den Verantwortlichen in den Fachabteilungen getroffen. "Die Rolle des CIO ändert sich", sagte der SAP-Manager.

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