J.K. Shin

Samsungs Smartphone-Chef darf trotz Absatzschwäche weitermachen

01.12.2014
Samsung schien im Smartphone-Geschäft lange nicht zu stoppen, doch zuletzt setzten dem Marktführer chinesische Rivalen und Apple zu. Der langjährige Chef der Sparte bekommt noch eine Chance, es wieder hinzubiegen. Einer seiner Top-Manager muss aber angeblich gehen.

Samsung lässt sein weltgrößtes Smartphone-Geschäft trotz jüngster Probleme in der Hand des bisherigen Spartenchefs. Der für mobile Kommunikation zuständige Co-Chef des Konzern-Flaggschiffs Samsung Electronics, Shin Jong Kyun, war am Montag nicht Teil der üblichen Jahresend-Umbesetzungen der Gruppe. Zuletzt war spekuliert worden, er könne seinen Job verlieren, nachdem zuletzt Marktanteil und Gewinn eingebrochen waren.

J.K. Shin führt die Sparte seit 2009 und und machte Samsung zum mit Abstand größten Anbieter. Im vergangenen Quartal sank der Marktanteil aber laut Berechnungen von Experten auf knapp ein Viertel von über 32 Prozent vor einem Jahr. Damit einher ging ein Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte.

Beim Galaxy S5 hat Samsung die Nachfrage wohl überschätzt.
Beim Galaxy S5 hat Samsung die Nachfrage wohl überschätzt.
Foto: Samsung

Shin habe dazu beigetragen, dass Samsung zum größten Handy-Hersteller aufgestiegen sei, betonte ein Sprecher des südkoreanischen Konzerns in Seoul. Nach Informationen des "Wall Street Journal" geht aber der für Verkauf und Marketing zuständige Manager D.J. Lee. Er übernehme damit die Verantwortung für die Absatzprobleme, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Die Zeitung hatte bereits vor einer Woche geschrieben, Samsung habe die Nachfrage nach dem aktuellen Topmodell "Galaxy S5" überschätzt und zu viele Geräte produziert. Bislang seien 40 Prozent weniger S5-Smartphones verkauft worden als erwartet. In dem Bericht hieß es auch, der für Hausgeräte und Fernseher zuständige Manager B.K. Yoon könne auch die Führung des Handy-Bereichs übernehmen.

Samsung wird aus zwei Richtungen in die Zange genommen: Bei günstigen Geräten, die einen großen Teil der Modelle ausmachen, erobern chinesische Rivalen wie Xiaomi und Lenovo immer mehr Marktanteile. Im lukrativeren Hochpreis-Segment punktet gerade Apple mit den beiden Varianten seines iPhone 6.

Die Umbesetzung auf Manager-Ebene fiel bei Samsung diesmal kleiner aus als in den vergangenen Jahren, elf wurden befördert oder versetzt. Das wurde auch als Zeichen dafür gewertet, dass der Konzern auf Stabilität setzt. Nach der schweren Erkrankung des früheren Konzernchefs und derzeitigen Vorsitzenden der Elektroniktochter, Lee Kun Hee, steht ein Generationswechsel an. Als inoffizieller Nachfolger gilt sein Sohn Lee Jae Yong. (dpa/tc)