IFA

Samsung stellt Smartwatch Galaxy Gear vor

05.09.2013
Weltpremiere in Berlin: Samsung präsentierte am Rande der IFA die Computer-Uhr Galaxy Gear. Mit ihr kann man telefonieren, Nachrichten lesen oder Einkaufslisten abhaken. Über den Touchscreen lassen sich verschiedene Apps bedienen. Der Akku soll mehr als einen Tag halten.
Die Samsung Galaxy Gear in der Farbvariante mokka-grau
Die Samsung Galaxy Gear in der Farbvariante mokka-grau
Foto: Samsung

Samsung kommt dem Rivalen Apple im Geschäft mit Computer-Uhren zuvor. Der weltgrößte Smartphone-Hersteller präsentierte am Mittwoch in Berlin seine Uhr Galaxy Gear mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm und verschiedenen Smartphone-Funktionen. Das Gerät kommt am 25. September in 149 Ländern auf den Markt, wie Samsung-Manager J.K. Shin ankündigte.

Die 168 Gramm schwere Gear hat ein AMOLED-Display mit einer Diagonale von 1,63 Zoll (4,1 cm). Die Uhr zeigt zum Beispiel an, ob E-Mails oder neue Nachrichten eingegangen sind und erinnert an Termine. Der Nutzer kann mit ihr auch Anrufe machen oder annehmen - es reicht dafür, den Arm mit der Uhr ans Ohr heranzuführen. Mikrofon und Lautsprecher sind im Verschluss der Uhr angebracht.

Dank Spracherkennung ("S-Voice") kann man mit gesprochenen Befehlen einen Anruf starten oder nach dem Wetter fragen. In das Armband ist eine Kamera integriert, die sich mit einem Wisch nach oben über das Display starten lässt. Um Bilder zu machen, brauche man künftig nicht mehr das Smartphone zu zücken, betonte Pranav Mistry, Chef von Samsungs Entwickler-Team in den USA.

Samsung Galaxy Gear Farbvarianten
Samsung Galaxy Gear Farbvarianten
Foto: Samsung

Die Galaxy Gear wird mit einer Reihe vorinstallierter Apps ausgeliefert. So sind Anwendungen für die Nachrichten der "New York Times" oder des Finanzdienstes Bloomberg bereits integriert. Auch die neue Folge des Spiels "Angry Birds" ist dabei. Als digitales Gedächtnis ist die Software Evernote vorinstalliert. Darüber lassen sich Notizen erstellen oder auch Einkaufslisten auf der Uhr abhaken.

Die Gear-Uhr ist auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Phablet Galaxy Note 3 optimiert, das Samsung ebenfalls am Mittwoch in Berlin für den 25. September ankündigte. Aber auch mit dem Samsung S4 und einigen weiteren Smartphone-Modellen soll Gear nach einem Software-Update zusammenarbeiten.

Der Akku der Uhr soll 25 Stunden ohne Nachladen funktionieren, versicherte Samsung-Vordenker Mistry. Die Uhr bekommt eigene Apps, die speziell auf den kleinen Bildschirm angepasst sind. "Mit Gear schlagen wir ein neues Kapitel auf", betonte Mistry. Es sei ein "Science-Fiction-Gerät".

Der Bildschirm von Gear hat eine Auflösung von 320 mal 320 Bildpunkten. Für die Bewegungsfunktionen wurden ein Beschleunigungs- und ein Gyro-Sensor eingebaut. Gear verbindet sich drahtlos zum Beispiel mit dem neuen Note 3, um Benachrichtigungen, Nachrichten oder Kontakte zu synchronisieren. Dadurch kann man zum Beispiel eine Nachricht auf der Uhr aufschlagen und dann nahtlos auf dem Smartphone weiterlesen. Gear hat ein leichtes Edelstahl-Gehäuse mit Armbändern in sechs verschiedenen Farben.

Marktforscher rechnen mit einem ersten Absatzsprung in dem neuen Geschäft im kommenden Jahr. Rund fünf Millionen smarte Uhren dürften 2014 verkauft werden, schätzt etwa die Analyse-Firma Canalys. Auch Apple arbeitet laut Medienberichten an einer Computer-Uhr und sicherte sich bereits in mehreren Ländern den Markennamen "iWatch". Der Konzern stellt am 10. September die nächsten Neuheiten vor. Branchenbeobachter rechnen aber noch nicht mit einer Apple-Uhr, sondern mit neuen iPhone-Modellen.

Samsung neues Phablet Galaxy Note 3
Samsung neues Phablet Galaxy Note 3
Foto: Samsung

Das Galaxy Note 3 ist das nächste Modell in Samsungs Reihe der Smartphones mit einsteckbarem digitalen Stift und einem sehr großen Bildschirm mit einer Diagonale von 5,7 Zoll (knapp 14,5 cm). Die Kategorie begann als Nischenmodell, jetzt steckte Samsung viel Kraft in die Weiterentwicklung.

Das Note 3 bekam einen neuen "S-Pen"-Stift und erweiterte Eingabe-Funktionen, der Einsatz mehrerer Apps gleichzeitig wurde verbessert. Bei dem neuen Note-Modell lässt sich zum Beispiel auch der Bildschirm teilen, so dass man zwei verschiedene Kommunikationen per SMS verfolgen kann. Einzelne Kurznachrichten lassen sich dabei von einem Gespräch in das andere kopieren. (dpa/tc)