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SaaS-Anbieter Netsuite läutet Börsengang ein

11.12.2007
Netsuite hat den Countdown für sein Initial Public Offering (IPO) gestartet. Wie Google will auch der Softwarevermieter den Anfangspreis für seine Aktie in einem Online-Bieterverfahren festlegen.

Netsuite startet seinen Börsengang ähnlich wie der Suchmaschinenanbieter Google mit einem Bieterverfahren im Netz (www.netsuiteipo.com). Am 19. Dezember soll der Preis für das Papier feststehen. Der Softwarevermieter will insgesamt 6,2 Millionen Aktien an die Börse bringen. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Erlös von 13 bis 16 Dollar je Papier. Das würde dem Software-as-a-Service-Spezialisten (SaaS) im besten Fall knapp 100 Millionen Dollar einbringen. Experten rechnen bereits mit einem großen Interesse, was den Preis über die vom Hersteller anvisierte Spanne hinaustreiben könnte.

Das Geld wird der Softwarenanbieter auch brauchen, um sein Standing im Markt zu verbessern. Netsuite bietet eine komplette Business-Software-Suite online zur Miete an, und adressiert damit in erster Linie kleine und mittelgroße Unternehmen (siehe auch: Netsuite baut Version 2007.0). Eigenen Angaben zufolge stehen 5400 Firmennamen auf der Kundenliste. Allerdings wird die Konkurrenz in diesem Geschäft härter. Neben dem SaaS-Pionier Salesforce.com, der kontinuierlich eine regelrechte On-Demand-Plattform in Netz aufbaut (siehe auch: Die Plattform ist der Service) plant im kommenden Jahr auch SAP mit Business ByDesign seinen Marktauftritt im On-Demand-Geschäft (siehe auch: Dossier: Alles zu Business ByDesign).

Die Netsuite-Verantwortlichen erklärten im Vorfeld des Börsengangs, die Erlöse dafür zu verwenden, Investoren zufrieden zu stellen und eventuell die eine oder andere Akquisition zu tätigen. Zu den Teilhabern gehört auch Oracle-Gründer und -Chef Lawrence Ellison. Dieser kontrolliert bis dato rund 60 Prozent der Anteile. Allerdings hat Ellison bereits angekündigt, seine Stimmrechte nicht auszuüben, auch um Interessenskonflikten vorzubeugen. Oracle ist ebenfalls im On-Demand-Geschäft aktiv (siehe auch: Oracle spinnt sein On-Demand-Netz weiter).

Bislang schreibt Netsuite noch rote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2006 verbuchte das Unternehmen ein Defizit von 35,7 Millionen Dollar. Im laufenden Fiskaljahr summierten sich die Verluste bis zum Ende des dritten Quartals Ende September bereits auf 20,6 Millionen Dollar. Allerdings hat sich der Umsatz in den zurückliegenden Jahren deutlich erhöht: von 17,7 Millionen Dollar 2004 auf 67,2 Millionen Dollar im Jahr 2006. Im laufenden Jahr stehen bis zum dritten Quartal schon 76,8 Millionen Dollar an Einnahmen zu Buche. (ba)