Gesunden Menschenverstand einsetzen

Regeln für Social Media im Job

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Der Umgang mit sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz war oft nicht geregelt. Das hat sich geändert.
Je verbindlicher eine Social-Media-Richtlinie gemeint ist, desto bestimmter klingt der darin angeschlagene Ton. (Angaben in Prozent; Quelle: Ausschnitt Medienbeobachtung)
Je verbindlicher eine Social-Media-Richtlinie gemeint ist, desto bestimmter klingt der darin angeschlagene Ton. (Angaben in Prozent; Quelle: Ausschnitt Medienbeobachtung)

Binnen zwei Jahren hat sich die Zahl der Social-Media-Richtlinien verdoppelt. Das geht aus einer Analyse des Dienstleisters Ausschnitt Medienbeobachtung hervor, der die Inhalte von 55 öffentlich verfügbaren Guidelines untersucht hat. Die Mehrheit der untersuchten Richtlinien stammt von weltweit tätigen Konzernen, etwa die Hälfte aus Industrie, Handel und der IT. Darin formulieren Arbeitgeber auch Wünsche: Mitarbeiter sollten im Social Web ehrlich, authentisch, respektvoll, höflich und transparent auftreten sowie den "gesunden Menschenverstand" einsetzen.

Viele Unternehmen fordern die Angestellten auf, im Social Web zwischen Fakten und Meinung zu trennen. Letztere sollte kenntlich gemacht werden, indem User in einem Disclaimer auf ihrem Blog verdeutlichen, dass ihre Äußerungen nur ihre persönliche Meinung wiedergeben und nicht unbedingt der Haltung ihres Arbeitgebers entsprechen.

Die Mehrheit der Richtlinien ist für die Mitarbeiter bindend. Dies lässt sich aus dem strengen Tonfall, einer indirekt ausgedrückten Erwartungshaltung seitens des Arbeitgebers oder aus explizit angedrohten Folgen bei Missachtung ermitteln.

So droht ein Drittel der Firmen bei Nichtbeachtung mit Konsequenzen, die von der Löschung der Beiträge bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses reichen. Die rechtliche Situation in Deutschland ist hierbei noch unklar. Grundsätzlich sind fristlose Kündigungen ohne vorherige Abmahnung nur in außerordentlichen Fällen möglich.

Viele Unternehmen halten Social-Media-Richtlinien unter Verschluss: Zwei Drittel wünschen keine öffentlichen Kommentare zu ihren Guidelines. Von den Dax-30-Unternehmen führten nur Daimler, die Deutsche Post DHL, die SAP AG und die Deutsche Telekom öffentlich zugängliche Social Media-Guidelines.