Formeln und Funktionen

Rechnen mit Excel

30.09.2014 | von Boris Georgi, Walter Fricke und Jens Fleckenstein 
Die Tabellenkaluations-Software von Microsoft beherbergt mächtige Funktionen. Deren Vielfalt ist für Anwender oft schwer überschaubar. Wir haben die wichtigsten Kategorien zusammengestellt und bringen Ordnung ins Excel-Chaos.

Befreiung vom Dogma der Funktionskategorien

Obwohl die integrierte Excel-Hilfe zu den einzelnen Funktionen teilweise sehr ausführlich und viel besser als ihr Ruf ist, scheuen sich die meisten User, sich wirklich mal durch den dichten Dschungel des Funktionskatalogs zu kämpfen. Stattdessen werden Berechnungen in VBA programmiert, obwohl für die aktuelle Problemstellung eventuell die passende Excel-Funktion standardmäßig verfügbar ist. Doch woran liegt das? Ein Grund dafür könnte sein, dass die Kategorisierung der Funktionen nicht besonders hilfreich ist. Statistische Funktionen, was heißt das schon? Muss man Statistiker sein, um damit etwas anfangen zu können? Bei manchen Funktionen mag das der Fall sein, aber Funktionen wie MAX oder MIN kann eigentlich jeder Excel-Anwender gebrauchen. Trotz Kategorisierung sind die Funktionen so bunt durcheinander gewürfelt, dass es einfach nicht möglich ist, einen globalen Überblick zu behalten, geschweige denn jemand anderem zu vermitteln.

Ein Beispiel: In der Kategorie Statistik stehen die Funktionen VARIANZENA, VARIATION und VARIATIONEN unmittelbar untereinander und klingen sehr ähnlich. Funktional haben sie aber überhaupt nichts miteinander zu tun. Die erste ermittelt ein Streuungsmaß, die zweite Werte eines exponentiellen Trends und die dritte gehört in den Bereich der Kombinatorik. Sie passt damit viel besser zur Funktion KOMBINATIONEN, die sich aber als völliger Außenseiter in der Kategorie Math. & Trigonom. tummelt. Auch der Begriff Matrixfunktionen ist kein aussagekräftiger Begriff für die Funktionen, die sich dahinter verbergen.

Funktionskategorien werden im Menüband angezeigt.
Funktionskategorien werden im Menüband angezeigt.
Foto: Markt + Technik

Um diese Verwirrung zu beseitigen, wollen wir uns von dem Dogma der vorgegebenen Funktionskategorien befreien und Funktionen so gruppieren, wie sie wirklich zusammengehören. Dadurch wird unseres Erachtens ein übergreifendes Verständnis des vollen Funktionsumfangs der Standardfunktionen erheblich erleichtert. Für eine detaillierte Darstellung der kompletten Funktionspalette reicht ein Kapitel natürlich nicht aus. Dies soll nur ein grober Überblick sein und Ihr Interesse für die eine oder andere Gruppe von Funktionen wecken. Wenn Sie dann tiefer in die Materie einsteigen wollen, geben Sie der integrierten Excel-Hilfe eine Chance und beherzigen Sie den abgedroschenen, aber dennoch wahren Satz: Probieren geht über Studieren. Die Funktionen wurden in Excel 2007 insofern aufgewertet, als es nun eine Rubrik innerhalb des Menübands gibt, die die verschiedenen Kategorien anzeigt. In Excel 2010 wurde dann noch eine Unterkategorie "Kompatibilität" ergänzt, in die einige Funktionen anderer Kategorien ausgelagert wurden, die offenbar auf der Abschlussliste stehen (Abb. 3.1).

Abweichend von den vorgegebenen neun Funktionskategorien gliedert Markt + Technik die Standardfunktionen in folgende 22 Fachgebiete (Anm. d. Red.: Wir stellen hier die ersten zwölf Fachgebiete vor. Die Fachgebiete ab Kombinatorik sind in "Excel - das Zauberbuch" von Markt und Technik nachzulesen).

Excel - Das Zauberbuch

Excel - Das Zauberbuch
Excel - Das Zauberbuch
Foto: Markt + Technik

Raffinierte Zaubereien für Excel-Kenner
Autoren: Boris Georgi / Walter Fricke / Jens Fleckenstein
erscheint ca. 22.12.10
ISBN 978-3-8272-4695-0, 544 Seiten, € 24,95 [D]
Markt + Technik Verlag

Wirklich neue, nennenswerte Funktionen gibt es seitdem mit SUMMEWENNS, ZÄHLENWENNS, MITTELWERTWENN, MITTELWERTWENNS, WENNFEHLER und AGGREGATE nur sechs. Diesmal integrieren wir aber die ehemaligen Add-in-Funktionen in den Rundflug. Einige davon ließen sich recht gut den vorhandenen 19 Gruppen zuordnen. Für die übrigen wurden drei eigene Pakete geschnürt. Eines davon behandelt ausschließlich Wertpapierfunktionen, ist also besonders für Finanzakrobaten interessant. Die Funktionen der Gruppe Cube, die ausschließlich für die Anbindung von OLAP-Datenbanken gedacht sind, behandeln wir nicht.

  1. Datumsfunktionen

  2. Zeitfunktionen

  3. Textfunktionen

  4. Datentypbeschreibung und -umwandlung

  5. Rechnen mit Bedingungen

  6. Rundungs- und Formatierungsfunktionen

  7. Verweisfunktionen

  8. Bereichsrückgabefunktionen

  9. Mathematik allgemein

  10. Lageparameter

  11. Streuungsmaße

  12. Regressionsrechnung

  13. Kombinatorik

  14. Statistische Verteilungen

  15. Trigonometrie

  16. Matrizenrechnung

  17. Zinseszins- und Rentenrechnung

  18. Abschreibungsmethoden

  19. Exoten

  20. Wertpapierfunktionen

  21. Komplexe Zahlen

  22. Umwandlung Zahlensysteme