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Real Networks verklagt US-Baseball-Liga

10.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Streaming-Media-Pionier Real Networks hat den Online-Ableger der US-amerikanischen Major League Baseball verklagt. Dieser soll einen Vertrag mit Real verletzt haben, indem er Internet-Übertragungen von Spielen nur in den Audio- und Videoformaten von Microsoft anbietet. Die Klage wurde gestern vor einem Bezirksgericht in Seattle eingereicht, wo sowohl Real als auch Microsoft ihren Hauptsitz haben.

Real erklärt in seiner Klageschrift, Major League Baseball Advanced Media (MLBAM) LP - die Firma gehört den 30 Mannschaften der Major League gemeinsam und verantwortet deren Internet-Aktivitäten - habe den Vertrag seit Anfang dieses Monats verletzt. Der Kontrakt sehe vor, dass Audio- und Videoströme auf den Seiten der Liga im Real-Media-Format anzubieten seien. "Wir fordern lediglich unter Berufung auf den Vertrag, dass Vebraucher die Wahl zwischen beiden Formaten habe", erklärte Real-Networks-Sprecher Greg Chiemingo.

Ein Sprecher von MLBAM zeigte sich angesichts der Klage enttäuscht. Man halte sich an alle Verträge und die Vorwürfe für haltlos. Aufgrund von Vertraulichkeitsklauseln konnte er letzteres nicht näher erläutern. Real Networks nutzt seit einiger Zeit verstärkt Rechtsmittel. Ende vergangenen Jahres verklagte die Firma Microsoft auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz, weil der Redmonder Konzern seine dominierende Marktstellung bei Betriebssystemen missbraucht haben soll, durch Bundling des Windows Media Player auch den Markt für Streaming-Software zu übernehmen. (tc)