BI-Trends 2010

Raus aus den Silos, rein ins Business

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Man kann den Kalender danach stellen: Immer zum Jahresende tauchen Prognosen auf, die dem BI-Markt eine goldene Zukunft auch im kommenden Jahr vorhersagen. Die Realität kann damit nur bedingt Schritt halten.

Auch 2010 stehen die IT-Budgets unter Druck. Fast die Hälfte aller IT-Entscheider in deutschen Unternehmen erwartet der Experton Group zufolge für 2010 einen Rückgang der IT-Budgets. Ein weiteres Drittel plant immerhin mit konstanten Geldmitteln, während nur ein knappes Fünftel damit rechnet, nächstes Jahr mehr Geld zur Verfügung zu haben. "Das große Füllhorn", so Rüdiger Spies, Analyst beim Marktforscher IDC zu den Budget-Aussichten, "wird sich im nächsten Jahr sicher nicht öffnen".

Hinter diesen zurückhaltenden Wachstumsprognosen verbergen sich aber unterschiedliche Kennzahlen. So rechnet Gartner im Segment Software mit einem Ausgabenanstieg von 4,8 Prozent, im Bereich IT-Services um 4,5 Prozent. Und für Business Intelligence, so Barc-Geschäftsführer Carsten Bange im Gespräch mit der Computerwoche, sehe es eigentlich ganz gut aus: "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der BI-Markt schneller als andere zu alten Wachstumsraten zurückkehrt. Meine Prognose ist, dass das auch im kommenden Jahr so sein wird". Ein Indiz dafür sei, dass Unternehmen stärker nach Planungswerkzeugen fragten: "Jetzt brauchen wir die Werkzeuge, die wir vor zwei Jahren nicht eingeführt haben", wie es ein Finanzmanager ausdrückt.

Zwei Drittel des BI-Marktes sind in den Händen der glorreichen Fünf

In der jüngsten Vergangenheit war der BI-Markt von diversen Übernahmeschlachten geprägt. Erst übernahm beispielsweise 2007 das kanadische Unternehmen Cognos den Dashboard-Spezialisten Celequest, um sich nur wenig später von IBM schlucken zu lassen. Auch Business Objects kaufte zunächst Cartesis, Fuzzy und Inxight, um seinerseits im Oktober 2007 für geschätzte 6,8 Milliarden US-Dollar in den Besitz von SAP überzugehen. Nimmt man noch den Kauf von Hyperion durch Oracle hinzu, haben die drei Großen des BI-Marktes damals insgesamt gut 15 Milliarden US-Dollar auf den Kopf gehauen, um über die eigenen Anteile hinaus weitere Stücke des Marktes zu erobern.

Mittlerweile beherrschen die glorreichen Fünf (zu den genannten gesellen sich noch SAS und Microsoft) rund 60 bis 70 Prozent des weltweiten BI-Marktes. Der restliche Teil zerfällt in eine bunte Mischung aus ERP-Anbietern und BI-Spezialisten - mittelgroße, kleine und kleinste Unternehmen bis hinunter zu einem Umsatz von einer Million Euro und weniger?