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Qwest korrigiert Bilanzen

23.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell angeschlagene US-Carrier Qwest Communications plant, die Bilanzen der vergangenen zwei Geschäftsjahre um mindestens 950 Millionen Dollar zu korrigieren. Bei der Summe handle es sich um Einkünfte aus fragwürdigen Tauschgeschäften mit anderen Netzbetreibern, berichtet das "Wallstreet Journal". Das Unternehmen hält es außerdem für möglich, dass weitere 531 Millionen Dollar Einnahmen aus dem Verkauf von Netzkapazitäten revidiert werden müssen. Bei den umstrittenen "Swap-Deals" verkauften sich die beteiligten Carrier gegenseitig Leistungskapazitäten - fast zur gleichen Zeit und in nahezu identischem Umfang. Die US-Börsenaufsicht SEC vermutet daher, dass das primäres Ziel der Transaktionen eine künstliche Blähung der Einnahmen ist, und hat diese Geschäftspraxis inzwischen verboten

(Computerwoche online berichtete).

Bislang ist noch unklar, wie sich die geplante Korrektur auf die Ergebnisse auswirken wird. Qwest hatte im Jahr 2000 einen Verlust von 81 Millionen Dollar bei 16,61 Milliarden Dollar Umsatz verbucht. Im vergangenen Jahr schrieb der Carrier bedingt durch die Fusion mit der Bell-Tochter US West ein Minus von vier Milliarden Dollar bei Einnahmen in Höhe von 19,74 Milliarden Dollar.

Der Carrier ist nach eigenen Angaben weiterhin damit beschäftigt, gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern von KPMG frühere Bilanzierungspraktiken und Transaktionen zu untersuchen. Der Konzern rechnet damit, dass die Berichte für die letzten beiden Geschäftsjahre sowie für das erste Quartal des laufenden Jahres Fehler ausweisen. Außerdem kündigte der TK-Konzern aus Denver, Colorado, im laufenden dritten Quartal Wertberichtigungen für die Telefon- und Glasfasernetze sowie für die vorhandenen Lagerbestände an. (mb)