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Qwest einigt sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf 250 Millionen Dollar Strafe

13.09.2004

Qwest Communications hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf ein Bußgeld von 250 Millionen Dollar geeinigt, im Gegenzug muss der US-Carrier kein Schuldeingeständnis abgeben. Die Vereinbarung sei zwar noch vorläufig, eine endgültige Einigung werde jedoch in den kommenden Wochen erwartet, berichtet das "Wall Street Journal" aus Unternehmenskreisen.

Die SEC hatte 2002 Ermittlungen gegen den viertgrößten Anbieter von Ortsgesprächen in den USA aufgenommen, nachdem dieser umfangreiche Bilanzunregelmäßigkeiten eingeräumt hatte. Demnach wurden in den Jahren 2000 und 2001 insgesamt 2,2 Milliarden Dollar Umsatz falsch verbucht, 1,6 Milliarden davon stammten aus umstrittenen Kapazitätsaustausch-Geschäften mit anderen Carriern. Qwest hatte jedoch nie eine betrügerische Absicht zugegeben.

Das Unternehmen aus Denver, Colorado, hatte bereits Mitte Oktober 2003 korrigierte Bilanzen für die beiden Berichtszeiträume vorgelegt. Dabei wurden die zunächst ausgewiesenen Umsätze um 2,48 Milliarden Dollar nach unten korrigiert. Der Nettoverlust für die beiden Berichtszeiträume fiel insgesamt um 2,53 Milliarden Dollar höher aus, als die Gesellschaft ursprünglich angegeben hatte.

Schon Anfang August hatten sich die Anzeichen auf eine Einigung mit der SEC verdichtet, nachdem der Carrier seine Rückstellungen für eventuelle Bußgelder um 300 Millionen auf 500 Millionen Dollar erhöht hatte (Computerwoche.de berichtete). Neben der Zahlung an die US-Börsenaufsicht erwarten Qwest mögliche Kosten bei Aktionärssammelklagen. Außerdem steht nach wie vor eine Einigung mit dem US-Justizministerium aus, das ebenfalls Ermittlungen gegen den Konzern aufgenommen hatte. (mb)