Projektleiter und Berater kassieren am meisten

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Spezialisierte Entwickler profitieren von steigenden Honorarsätzen. Der durchschnittliche Programmierer kann dagegen keine zuwächse erwarten.

Hier lesen Sie ...

  • wie viel selbständige Programmierer, SAP-Berater und Projektleiter verdienen können;

  • ab wann Berufserfahrung in der IT nicht mehr honoriert wird;

  • in welchem Bundesland die Freiberufler am meisten verlangen können.

Zweimal im Jahr analysiert das Projektportal Gulp die Stundensatzforderungen der 56 000 Freiberufler, die sich mit ihrem Profil in die Datenbank eingetragen haben. Seit 2002 schraubten die Selbständigen, gebeutelt von der IT-Krise, ihre Honorarvorstellungen kontinuierlich zurück. Selbst nachdem sich der Projektmarkt deutlich erholt hatte und die Unternehmen wieder verstärkt auf Freiberufler setzen, blieben sie in Sachen Geld verhalten. Das ist vorbei: Erstmals nach drei Jahren fordern die IT-Selbständigen wieder mehr, und zwar durchschnittlich 65 Euro in der Stunde. Im August 2004 lag dieser Durchschnittswert noch bei 64 Euro.

Getragen wird dieser Zuwachs vor allem von den SAP-Beratern, Entwicklern mit gesuchten Spezialkenntnissen und den Projektleitern, die im Vergleich zum gemeinen Softwareentwickler deutlich mehr verlangen können: So sehen sich die Berater bei 69 Euro und die Projektleiter bei 71 Euro, während sich die Masse der 42 000 bei Gulp registrierten Programmierer wie im vergangenen Jahr bei 60 Euro einsortiert. In den unteren Regionen bewegen sich auch die Trainer (60 Euro), die Qualitätssicherungsexperten (59 Euro) sowie traditionell die Administratoren (52 Euro).

Ob die Freiberufler diese Honorare durchsetzen können, ist eine andere Frage. Nach den Erfahrungen von Gulp-Manager Stefan Symanek liegen die Forderungen im Schnitt sieben Prozent über den tatsächlich gezahlten Stundensätzen: "Festpreise sind äußert selten. Statt dessen müssen die Freiberufler mit den Projektvermittlern ihren Stundensatz aushandeln." Zwischen dem Preis, den ein Unternehmen für den Freiberufler zahlt, und dem Honorar, das der IT-Profi erhält, liegt die Provision des Vermittlers. Sie beträgt oft 20 bis 30 Prozent des Gesamthonorars, kann aber bei schwarzen Schafen der Branche deutlich höher ausfallen. Diese Erfahrung musste ein Münchner Großrechnerspezialist machen: " Die Kunden zahlen immer noch gut, etwa 85 Euro in der Stunde. Je nach Vermittlungsfirma werden dem Freiberufler aber nur 45 Euro weitergegeben."

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