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Politik soll Netzneutralität retten

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl hat zur Eröffnung der Internet-Konfernz re:publica in Berlin an die Bundesregierung und die Europäische Union appelliert.
re:publica 2013: Treffpunkt der Internet-Gemeinde
re:publica 2013: Treffpunkt der Internet-Gemeinde

Die Politik müsse endlich handeln statt immer nur zu reden, sagte re:publica-Mitinitiator Beckedahl vor dem Hintergrund der Telekom-Pläne, im Festnetz-Internet ähnlich wie im Mobilfunk Volumentarife mit Drosselung einzuführen. Eigene (Managed) Services kurzerhand als nicht Teil des Internets zu erklären, sei ein gravierender Verstoß gegen die Idee der Netzneutralität, warnte Beckedahl populistisch. Er erntete dafür vom Publikum der Eröffnungsveranstaltung in der Station Berlin tosenden Applaus (anders als Microsoft, das als einer von drei Hauptsponsoren der "Netzgemeinde" sein Windows 8 schmackhaft machen möchte).

Die Telekom steckt in der Zwickmühle - sie muss das Netz ausbauen, was viel Geld kostet, gleichzeitig sind die DSL-Preise seit Jahren derart im Keller, dass von Flatrate-Endkunden das dafür nötige Geld nicht zu holen ist. Nun sollen es wohl allerlei Content-Provider wie YouTube und Co richten, von denen die Telekom hofft, dass sie für ihre Dienste ebenfalls Service Level Agreements abschließen und dafür ordentlich an den Bonner Konzern zahlen. Ob dieses Konzept von Telekom-Chef René Obermann funktionieren kann, das sein Freund und Nachfolger Tim Höttges offenbar weiterführen will, bleibt abzuwarten.