Public-ICT - E-Government

EU-Dienstleistungsrichtlinie

Pizzabäcker sollen Pizza backen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Fliesenleger und Pizzabäcker sollen ihrer Arbeit nachgehen und nicht mehr in Verwaltungen herum irren. Die neue EU-Dienstleistungsrichtlinie soll Bürger von Behördengängen entlasten. Professor Jörn von Lucke von Zeppelin University in Friedrichshafen über die derzeit fünf wichtigsten Themen im E-Government wie DE-Mail, elektronischer Personalausweis und das Portal der Zukunft.

Professor Jörn von Lucke hat seit Anfang des Jahres den Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik an der Zeppelin University in Friedrichshafen inne. Er ist Direktor des „Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (TICC)“ und arbeitet zugleich für das Fraunhofer Institut FOKUS in Berlin (Institut für Offene Kommunikationssysteme).

CIO: Was sind derzeit die spannendsten Themen beim E-Government?

Professor Jörn von Lucke berichtet im Interview über die derzeit wichtigsten Themen im E-Government.
Professor Jörn von Lucke berichtet im Interview über die derzeit wichtigsten Themen im E-Government.

Prof. Jörn von Lucke: Mit Blick auf die technischen Möglichkeiten wie die Breitbandvernetzung und die Weiterentwicklung des Internet mit Web 2.0-Technologien und die zunehmende professionelle Aufstellung der Unternehmen und der Verwaltung sind dies wichtige Fragen: Wie sehen die Portale der Zukunft aus, und wie können wir der Verwaltung verwaltungsebenenübergreifend mit Informationstechnologien ein neues Gesicht geben? Dies führt uns zur Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie, der damit verbundenen elektronischen Verfahrensabwicklung, zur Aufbereitung des Leistungsangebots der gesamten öffentlichen Verwaltung über das Internet und zur Einrichtung einheitlicher Ansprechpartner.

Thema Nummer Zwei ist das Bürgertelefon D115, seine strategische Konzeption, die Ausrollung in ganz Deutschland und die Einbettung in einen nachhaltigen Mehrkanalansatz. Drittes wichtiges Thema ist der Umgang mit elektronischen Identitäten, im kommenden Jahr vor allem durch die Einführung des elektronischen Personalausweises bestimmt, aber auch im Verwaltungsalltag, bei DE-Mail, bei Käufen und Verkäufen.

Viertes Thema ist die zunehmende Breitbandvernetzung in Städten und Regionen. Hier wird es für die Verwaltung neuartige Anwendungsfelder und Angebote geben, die früher als nicht umsetzbar galten. Thema Nummer Fünf ist sicherlich die Öffnung der Verwaltung im Sinne von Web 2.0 in Richtung Open Government 2.0. Als Themenfelder zu nennen sind hier Transparenz, Collaboration, Innovation und die Einbindung von Bürgern und Unternehmen.