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Philips nimmt einen Schluck von seiner RFID-Medizin

02.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Practice what you preach! Nach diesem Grundsatz will der niederländische Halbleiterhersteller Philips die Funkwellen-Identifikation (Radio Frequency Identification = RFID) zunächst für seine Produktion in Asien einsetzen. Eigenen Angaben zufolge hat Royal Philips Electronics bereits mehr als eine Milliarde integrierter Schaltkreise (IC) für die kontaktlose Datenübermittlung verkauft. Diese Chips sollen nun auch genutzt werden, um die interne Lieferkette effizienter zu machen.

Als Lösungspartnerin fungiert die IBM, die unter anderem ihre Middleware "Websphere" in das Projekt einbringt. Die Etiketten, die die Funkchips tragen, stammen von den Herstellern Smartag und Tagsys. Letzterer liefert auch die Lesegeräte. Die Drucker steuert Zebra bei.

In erster Linie will Philips mit diesem Projekt den Lagerdurchlauf beschleunigen, die Liefertreue erhöhen und den Kundenservice verbessern. Daneben dient das Vorhaben dem Halbleiterspezialisten aber auch dazu, die Integrationsfähigkeit der RFID-Technik in ältere Systeme und Betriebsabläufe zu demonstrieren. Konkret wird das Unternehmen Wafer-Behälter und Packkartons mit RFID-Chips kennzeichnen, um die Güterbewegungen zwischen dem Fertigungsbetrieb im taiwanischen Kaoshiung und dem Distributionszentrum in Hongkong zu überwachen.

"Die Entscheidung für den Einsatz von RFID unterstreicht unser Commitment, in modernste Technik zu investieren, um die integrale Lieferkette permanent zu verbessern", so Mathieu Clerkx, CIO und Senior Vice President Supply Chain Management bei Philips Semiconductors in Eindhoven. Über dieses Projekt hinaus erwägt Philips die Einführung der RFID-Lösung in seinem gesamten Halbleiterbereich, der aus fünf Fertigungsbetrieben und je einem Distributionszentrum im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa und in den USA besteht. (qua)