Gartner

PC-Markt steuert auf Talsohle zu

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Das zuletzt schwache PC-Geschäft steuert nach Einschätzung von Marktforschern auf die Talsohle zu. Der Rückgang werde sich in diesem Jahr und 2015 deutlich verlangsamen, prognostizierten die Analysten von Gartner.

Bereits im vergangenen Jahr war der Absatz von Notebooks und Desktop-Rechnern um zehn Prozent eingebrochen, das war der bisher stärkste Rückgang. Für das laufende Jahr rechnet Gartner mit einem Rückgang von 6,5 Prozent auf 276,7 Millionen verkaufte PCs und für das Jahr 2015 mit einem Absatzminus von 5,2 Prozent auf 263 Millionen PCs.

Foto: Gartner

Zulegen sollen laut Gartner dagegen andere Device-Typen. So rechnen die Marktforscher im Bereich Tablets mit einem Wachstum um 38,6 Prozent auf 270,7 Millionen in 2014, nächstes Jahr soll immerhin noch ein Zuwachs um knapp 30 Prozent auf 349 Millionen Flachmänner erreicht werden. Das Wachstum erfolge dabei nur teilweise auf Kosten der klassischen PCs erklärt Rajit Atwal gegenüber der Computerwoche. Vielmehr fänden zunehmend mehr Nutzer Gefallen an kleineren Tablets für das Auto oder unterwegs.

Bei der größten Device-Kategorie Mobiltelefone erwartet Gartner in diesem Jahr einen Zuwachs um knapp fünf Prozent auf 1,9 Milliarden Stück, wobei das Plus vor allem durch die Nachfrage im Low-End-Bereich der Smartphones und bei den höherwertigen Featurephones erreicht werden soll. Aus regionaler Sicht kommen die Zuwächse den Analysten zufolge nun verstärkt aus Schwellenländern, während in den Industrieländern bereits eine gewisse Sättigung erreicht wurde und sich wegen fehlender Innovation auf der Hardwareseite die Update-Zyklen der Anwender verlangsamen.

Bei den Betriebssystemen sieht Gartner Android auch in den nächsten zwei Jahren weit abgeschlagen in Führung. Aber auch die verschiedenen Windows-Versionen legen den Prognosen zufolge trotz des schrumpfenden PC-Markts zu. Treiber ist dabei Windows Phone, weitere Chancen sieht Gartner weniger im Tablet-, als vielmehr im Hybrid-Markt. "Windows 8 ist nicht schlecht, wenn man sich als Anwender daran gewöhnt hat", erklärte Gartner-Analyst Atwal. Um im Consumer-Markt Erfolg zu haben, benötige Microsoft jedoch eine neue Art, sein Betriebssystem zu bewerben. Der Fokus müsse stärker bei den Dingen liegen, die man als Anwender gerne mit seinem Gerät macht und nicht darauf, was man tun muss, so Atwal. Mit anderen Worten: Mehr Internet und Multimedia und weniger Word und Excel.

Foto: Gartner

Aktuell zählen zur Gartner-Kategorie "Devices" traditionelle PCs, Tablets, Smartphones und andere "Ultramobiles". Atwal hält es jedoch für möglich, dass man bald auch Wearables dazurechnen könnte. "Wir werden das in einem Jahr mal genauer überdenken", erklärte er. Das Spektrum werde weiter, theoretisch fielen in nicht allzuferner Zukunft auch Smart-TVs und andere Zugangsgeräte bis hin zu Connected Cars und Homes in die Wertung.