Patentstreit zwischen Qualcomm und Broadcom zwingt HTC zum Umdenken

03.01.2008
HTC möchte seine Abhängigkeit vom US-amerikanischen Chipsatz-Hersteller Qualcomm verringern und sucht nach neuen Lieferanten. Qualcomm ist die Vermarktung eines Großteils seiner 3G-Chipsätze von einem US-Bundesgericht untersagt worden, weil diese mehrere Patente von Broadcom verletzen.

Der seit 2005 andauernde Patentstreit zwischen Broadcom und Qualcomm führt zu einer wachsenden Verunsicherung bei den Handy-Herstellern. Nach einem Bericht des Branchenblattes Digitimes sucht der taiwanische Produzent High Tech Computer (HTC) jetzt nach neuen Zulieferern für 3G-Chipsätze, um seine Abhängigkeit von Qualcomm zu verringern.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise schreibt, reagiert das Unternehmen auf Medienberichte, nach denen die mangelnde Verfügbarkeit von Qualcomm-Chipsätzen den Umsatz von HTC im 1. Quartal 2008 negativ beeinflussen könnte. Ende Mai 2007 hat die US-amerikanische Internationale Handelskommission (International Trade Commission) ein Importverbot von Qualcomm-Chips beschlossen, weil die Organisation es als erwiesen ansah, dass die Chipsätze Patente von Broadcomm verletzen.

Nach einer teilweisen Aufhebung der Sperre zum Weihnachtsgeschäft hat ein Bundesrichter am 2. Januar 2008 die Patentverletzung bestätigt und Qualcomm untersagt, entsprechende Bauteile weiter zu vermarkten. Die Rechtsprechung zugunsten von Broadcom führe laut Digitimes bei Netzbetreibern in Nordamerika dazu, weniger Endgeräte mit Qualcomm-Chipsätzen von HTC zu erwerben.

Inhalt dieses Artikels