Kaufen statt selber machen

Oracle kauft mit Opower Cloud-Lösungen für Energieversorger

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Stolze 532 Millionen Dollar lässt sich Oracle die Opower Inc. kosten, einen Anbieter von Cloud-basierten Lösungen für Versorger. Der Softwareriese kauft sich offenbar ein Cloud-Portfolio für Branchen zusammen.

Oracle-Gründer Larry Ellison verfolgt offensichtlich die Strategie, das eigene Softwareportfolio um branchenspezifische Cloud-Lösungen zu ergänzen. Mit der Opower Inc. erwirbt der Softwarekonzern für 10,30 Dollar je Aktie in bar einen SaaS-Anbieter, der sich ganz auf das Marktsegment der Energieversorger spezialisiert hatte. Der Kaufpreis beträgt insgesamt 532 Millionen Dollar und bedeutet einen Aufschlag von rund 30 Prozent auf die Aktie.

Lawrence Ellison gibt viel Geld aus, um im SaaS-Markt den Anschluss zu finden.
Lawrence Ellison gibt viel Geld aus, um im SaaS-Markt den Anschluss zu finden.
Foto: Oracle

Marktbeobachter ziehen schon Parallelen zu Oracles Akquisitionsstrategie der vergangenen Dekade, als sich der Datenbankprimus für viele Milliarden Dollar Unternehmen wie Peoplesoft, Siebel, Hyperion oder Bea Systems einverleibte. In diesem Jahrzehnt sind die Zukäufe Cloud-basiert und heißen etwa Taleo, Textura, Eloqua, RightNow oder Micros Systems.

Micros, Textura, Opower - Oracle will an Branchen ran

Interessant ist der Branchenfokus, den Oracle dabei wählt. Micros etwa konzentriert sich auf Abrechnungs- und Verwaltungslösungen für Reiseveranstalter, Hotels, Gastronomie und die Unterhaltungsindustrie. Textura stellt Cloud-Lösungen für Konstruktions-Management und Engineering bereit. Und die jüngste Übernahme, Opower, bietet SaaS-Lösungen für Versorger und deren Kunden.

Whitepaper: Der Nutzen des Chief Data Officers

Der Chief Data Officer (CDO) wird immer öfter zu einer zentralen Führungkraft in Unternehmen auf der ganzen Welt. Der Grund ist die zunehmende Relevanz von Daten. Denn Daten sind überall und allgegenwärtig; sie untermauern jede Transaktion, jeden Betrieb und jegliche Interaktion innerhalb und außerhalb von Organisationen. Daten sind aber auf eine Infrastruktur angewiesen, sie müssen gespeichert, archiviert, analysiert und gesichert werden. Dafür braucht es den CDO. In dieser IBM-Studie wird die Rolle des CDO durchleuchtet und gezeigt, welche Vorteile Unternehmen konkret von ihm haben.

"Nachdem Oracles traditionelles Geschäft mit Softwarelizenzen immer mehr unter Druck gerät, muss sich das Unternehmen nun zum Ausgleich um Cloud-Subscriptions bemühen", meint Frank Scavo, President des Marktfoschungsunternehmens Computer Economics. "Es ist viel einfacher, diese Kunden zu kaufen, als mit selbstentwickelten Lösungen organisch in diese Märkte hineinzuwachsen."

Auch SAP kauft Cloud-Kompetenz zu

SAP gehe letztendlich den gleichen Weg, beobachtet John Rymer, Analyst bei Forrester Research. "SAPs Fähigkeit, ERP-Kunden in die SaaS-Welt zu überführen, ist begrenzt", so Rymer, "durch den Kauf von SuccessFactors, Concur und andere SaaS-Lösungen haben sie dennoch begonnen, sich in eine Cloud Company zu wandeln."