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Oracle-Chef Ellison findet IT-Branche "langweilig"

22.02.2001
Wenn Ellison noch einmal 21 wäre, würde er sich einen weißen Kittel überstreifen und im Biotech-Labor stehen, statt eine IT-Laufbahn einzuschlagen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Wenn ich heute 21 Jahre alt wäre, würde ich mir wahrscheinlich nicht die IT-Branche aussuchen", erklärte Oracle-Chef Larry Ellison in seiner Keynote zur hauseigenen Konferenz "Oracle AppsWorld 2001" in New Orleans. "Die Computerindustrie wird langsam langweilig." Viel interessanter findet der für seine markigen Sprüche bekannte Topmanager hingegen den Bereich Genetik oder molekulare Biologie. Schließlich könne man beispielsweise mit der Heilung von Malaria Millionen von Menschen helfen. In der Zukunft sieht er keinen großen Veränderungen für die IT-Branche: "Wir hatten drei große Computergenerationen: Mainframes, Client-Server und Internet-Computing. In den nächsten 1000 Jahren wird es keine neue Computerarchitektur geben."

Den Großteil seiner Rede bestritt Ellison dann jedoch mit dem Lob von Oracles webbasierter "11i"-E-Business-Softwaresuite. Sie sei einfacher zu bedienen, vielseitiger und billiger als die Produkte der Mitbewerber wie SAP und Peoplesoft. Wie üblich teilte der Oracle-Lenker Seitenhiebe in Richtung Konkurrenz aus. Ellison machte sich vor allem über IBM lustig, dessen Strategie es sei, Unternehmen zum Kauf von heterogenen Lösungen zu raten. Für die anschließende Integration der Produkte benötigten die Firmen dann IBM-Berater. Im Gegensatz dazu handele es sich bei Oracles Software um ein Komplettpaket: "Wir liefern die Software, implementieren sie schnell und ohne Modifikationen."

Ferner dementierte Ellison noch einmal deutlich die kursierenden Gerüchte um einen Einstieg des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in den Aufsichtsrat von Oracle: "Ich habe niemals mit ihm darüber gesprochen. Es kam mir nie in den Sinn und ihm auch nicht."