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Oracle bekennt sich zu Peoplesofts EPM und Ascential

13.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kalifornische Softwareriese Oracle hat eine neue Version der von/mit Peoplesoft übernommenen EPM-Suite veröffentlicht. Gleichzeitig soll auch Peoplesofts bisheriger OEM-Deal mit Ascential (wurde kürzlich von IBM geschluckt) weiter honoriert werden. EPM 8.9 besteht aus einer Reihe analytischer Anwendungen, mit denen Unternehmen prüfen können, inwieweit das operative Geschäft den strategischen Zielen entspricht.

Das Paket enthält dazu unter anderem analytische Modelle, Maps sowie über 200 Messwerte und Key Performance Indicators, die wichtige Bereiche wie Kunden- und Finanzenverwaltung, Analyse der Workforce sowie SCM (Supply Chain Management) abdecken. Das neue Release vereinheitlicht Daten aus "Peoplesoft Enterprise" sowie J.D. Edwards "Enterprise One" und "JD World" in einem einzigen Data-Warehouse-Modell (Anwender können aber auch applikationsspezifische Warehouses und Data Marts separat betreiben). Nicht dabei ist bislang Oracles eigene E-Business-Suite. Ob diese in absehbarer Zukunft ebenfalls mit einbezogen wird, konnte der Hersteller nicht sagen.

Entsprechend den "Project-Fusion"-Integrationsplänen stellt EPM 8.9 seine rund 200 vordefinierten Perfomance Indicators als Web-Services bereit, die Anwendungen wie Microsoft Office übernehmen können. Nutzer können auch eigene Indikatoren anlegen und direkt in externe Anwendungen einbetten. Ebenfalls vorangetrieben hat der Hersteller die Integration verschiedener EPM-interner Komponenten. Weitere Verbesserungen gibt es in den Bereichen schnelles Deployment, Benutzerfreundlichkeit sowie Einführung individueller Scorecards und Planungs-Workspaces.

Auf der Infrastrukturebene hat Version 8.9 eine neue Konsole für die Metadaten-Verwaltung erhalten. Für die Integration und Bewegung von Daten ist eine von Ascential übernommene einheitliche ETL-Lösung zuständig. Damit hat es den Anschein, als könne Peoplesoft auch unter Oracle seine Beziehung zu Ascential/IBM aufrechterhalten. Allerdings mutmaßen auch weiterhin viele Branchenkenner, Oracle werde über kurz oder lang IBMs Datenintegrations-Spiel mit einer eigenen Übernahme kontern. Wahrscheinlichster Kandidat dafür wäre wohl Informatica - das wäre allerdings ein wenig ironisch, nachdem Ascential die New Yorker im Februar vergangenen Jahres bei Peoplesoft ausgebootet hatte. (tc)