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OpenWorld: Oracle dehnt Wartung für übernommene ERP-Produkte aus

21.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf Kundendruck hat sich Oracle entschlossen, die Business-Lösungen von den übernommenen Firmen Peoplesoft, J.D. Edwards und Siebel auf über 2013 hinaus zu warten. Somit seien Anwender nicht gezwungen, auf die "Project Fusion" zu migrieren. Unter diesem Label entwirft der Hersteller eine Plattform, die die besten Funktionen der einzelnen ERP-Produkte vereint. Sie soll im Jahr 2007 verfügbar sein.

President Phillips zufolge richte sich das "Lifetime Support Programm" lediglich an zehn bis 15 Prozent der früheren Peoplesoft-, J.D.-Edwards- und Siebel-Kunden, die eine Migration auf Project Fusion ablehnen.

Auf diese Weise möchte Oracle Kunden der übernommenen ERP-Hersteller bei der Stange halten. Diese Firmen zahlen Wartungsgebühren, die einen großen Teil des Umsatzes ausmachen. Außerdem könnten unzufriedene Anwender dem Anbieter den Rücken kehren und beispielsweise auf die Produkte des Erzrivalen SAP migrieren.

Websphere-Unterstützung geplant

Beweglich zeigt sich Oracle darüber hinaus in puncto Infrastruktur. Mit IBM kam der Konzern überein, Project Fusion auf der "Websphere"-Middleware lauffähig zu machen. Dieser Schritt erstaunt, sind IBM und Oracle doch sind Rivalen im Infrastrukturgeschäft.

Datenbanken der Konkurrenz willkommen?

Bereits gestern machten Meldungen die Runde, der Hersteller denke über die Unterstützung von Datenbanksystemen von Konkurrenten nach (siehe Oracle erwägt Support für Konkurrenz-Datenbanken). Die Produkte von Peoplesoft, Siebel und J.D. Edwards waren schon vor der der Übernahme durch Oracle für die Websphere-Plattform erhältlich und speicherten Daten in IBMs "DB2". Sowohl die Öffnung zu Websphere als auch die Datenbankoptionen sind gute Nachrichten für Bestandskunden der nun zu Oracle gehörenden Softwarehersteller. Eine offenere Datenbankstrategie hatte sich bereits im April dieses Jahres abgezeichnet (siehe Oracle nennt Details zur Datenbankstrategie für das ERP-Portfolio). Oracles eigene Business-Applikationen laufen ausschließlich auf der eigenen Datenbank. Im Gegensatz dazu unterstützen andere ERP-Hersteller in der Regel verschiedene Datenbanken. (fn)

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