Konkurrenz für IBM

Open-Source-Anbieter MuleSource attackiert SOA-Schwergewichte

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Die amerikanische Softwareschmiede MuleSource wirbt für die erste quelloffene SOA-Governance-Plattform mit integriertem Repository und Registry.

Bislang drehten sich Open-Source-Angebote für Service-orientierte Architekturen (SOA) vor allem um den Enterprise Service Bus (ESB), Entwicklungs-Tools und Application Server. Mit Mule Galaxy Enterprise präsentiert MuleSource eine umfassende Governance-Plattform, mit der sich sämtliche Artefakte einer SOA speichern und verwalten lassen sollen. Das Startup-Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco tritt damit in Konkurrenz zu SOA-Schwergewichten wie IBM oder auch der Darmstädter Software AG, die sich mit dem kombinierten Registry-Repository-System CentraSite ebenfalls stark um das Thema SOA-Governance bemüht (siehe auch: Open Source schleicht sich in SOA-Projekte).

"Bisher war SOA-Governance nur etwas für reiche Leute", wirbt MuleSource-CTO Ross Mason für das Angebot. Der Markt werde von ein oder zwei proprietären Anbietern dominiert. Die Open-Source-Plattform bietet den Angaben zufolge eine Reihe von Enterprise-Features, die einen unterbrechungsfreien Betrieb in kritischen Umgebungen sicherstellen sollen. Dazu gehört die Option, mehrere Galaxy-Instanzen in einem Hochverfügbarkeits-Szenario zu clustern. Governance-Funktionen wie Lifecycle-Management oder die Verwaltung von SOA-Artefakten stellt das System über eine Web-Konsole zur Verfügung (siehe auch: Wie sich SOA-Governance planen lässt).

Die Kalifornier offerieren Mule Galaxy Enterprise über ein Abonnement-Modell, das unter anderem automatisierte Upgrades, Patch-Management und Support umfasst. Die Governance-Plattform lässt sich sowohl als Stand-alone-System als auch in Verbindung mit dem Mule-ESB einsetzen. MuleSource wurde im Jahr 2006 von den Initiatoren des Open-Source-Projekts Mule gegründet.

Mehr zum Thema SOA-Governance und Open Source finden Sie im CW-Experten-Blog SOA meets BPM.