Omni Group

OmniGraffle fürs iPad 5000 Mal verkauft

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
The Omni Group aus Seattle hat ihre Diagrammsoftware "OmniGraffle" in der neuen Version für das "iPad"-Tablet von Apple binnen 32 Tagen schon 5000 Mal verkauft.
OmniGraffle für das iPad - keine Spielerei, sondern ein professionelle Diagramm-Software.
OmniGraffle für das iPad - keine Spielerei, sondern ein professionelle Diagramm-Software.

Na und, mag sich nun mancher fragen - warum ist das der COMPUTERWOCHE eine Meldung wert? Ganz einfach: OmniGraffle für das iPad ist kein Casual Game und kostet auch nicht 79 Cent, sondern 39,99 Euro (in den USA 49,99 Dollar). Macht rund 200.000 Euro Umsatz. In einem Monat. Das ist eine Menge Geld für eine kleine Softwarefirma wie die Omni Group, die - noch aus der Next-Ära kommend - bislang exklusiv für Mac OS X entwickelte.

In ihrer Pressemitteilung verrät die Omni Group leider nicht, wie viele Lizenzen von OmniGraffle für Mac OS X (damit hat Twitter sein UI entworfen, jawoll) sie im gleichen Zeitraum oder im letzten Jahr verkauft hat, was für einen Vergleich sehr interessant wäre. Nichtsdestotrotz verdeutlicht der Erfolg der iPad-Software ein drohendes Dilemma: Speziell kleinere Softwarefirmen werden zukünftig gewiss ihre Aktivitäten verstärkt nicht nur auf das iPhone, sondern auch auf das iPad richten. Und Mac OS X darüber zwangsläufig vernachlässigen.

Womit sich die Frage stellt, ob das Mac-Betriebssystem zu einer spezialisierten Profi-Plattform "verkommt", weil nicht mehr genügend spannende neue Applikationen dafür entwickelt werden. Und auch die Frage, wie lange Apple noch so viel Entwicklungsaufwand in die Weiterentwicklung von Mac OS X steckt wie in der Vergangenheit. Irgendwie spricht es schon Bände, dass auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni die Apple Design Awards (ADA) nur noch für iPhone- und iPad-Apps vergeben werden. Vielleicht laufen ja iMac, Mac mini und MacBook bald auch unter iPhone OS? Wirklich überraschen würde uns das nicht mehr.