Drei Fragen an...

...Oliver Blüher, Country Manager DACH von Dropbox

17.06.2015
Der frühere SAP-Manager Oliver Blüher ist seit kurzem Country Manager DACH von Dropbox.

Anlässlich seines Amtsantritts hat uns die deutsche PR-Agentur von Dropbox ein kurzes E-Mail-Interview mit dem neuen Statthalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten - da haben wir nicht Nein gesagt. Und damit geht es auch schon los:

Oliver Blüher, Country Manager DACH von Dropbox
Oliver Blüher, Country Manager DACH von Dropbox
Foto: Dropbox

Von einem Dax-Konzern zu einem kalifornischen Startup - wie verkraften Sie bislang den "Kulturschock"?

Oliver Blüher: Dropbox ist mit mehr als 300 Millionen Nutzern in über 200 Ländern eine der größten Erfolgsstories des Silicon Valley. Ich bin sehr beeindruckt von der rasanten Entwicklung, die Dropbox seit seiner Gründung in 2007 gemacht hat, denn das Unternehmen hat sich in nur acht Jahren vom typischen Startup in der Garage zum branchenführenden Global Player in einem der am härtesten umkämpften Märkte in der IT entwickelt.

Entsprechend "verkrafte" ich diesen positiven Schock sehr gut und freue mich auf meine neue Aufgabe als Country Manager für die DACH-Region. Auch weil ich überzeugt bin, dass wir für den deutschsprachigen Markt mit einem Produkt wie Dropbox für Unternehmen gut aufgestellt sind und Dropbox hier viele Innovationen in petto hat.

Wie wollen Sie der "German Angst" vor der Cloud (im B2B-Bereich) begegnen?

Blüher: Der Einsatz der Cloud steigt kontinuierlich, denn die Erfahrungen sind überwiegend positiv. Wenn man die Ergebnisse des Cloud Monitors 2015 vom BITKOM betrachtet, gibt es heute in Unternehmen mehr Cloud-Interessierte als Skeptiker. Dropbox für Unternehmen wird heute bereits von mehr als 100.000 Kunden weltweit genutzt, darunter Yahoo, National Geographic oder auch das renommierte Massachusetts Institute for Technology. Dies liegt unter anderem an den zahlreichen Kontroll- und Analysefunktionen und der mehrschichtigen Sicherheitsstruktur für Datentransfer, Verschlüsselung und Netzwerkkonfiguration.

Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und Rechtslage nehme ich als DACH-Chef bei Dropbox sehr ernst und die Zweifel und Fragen sind mir durch meine Zeit bei SAP im Bereich Unternehmenslösungen bereits gut bekannt. Ich bin jedoch überzeugt, dass bei einem Cloud-Provider die Sicherheit der Kundendaten im Vordergrund stehen muss - und dass es die Top-Priorität von Dropbox ist: Als einer der ersten Cloud-Anbieter für Dropbox für Unternehmen haben wir das neue ISO-27108-Gütesiegel erhalten.

Dropbox für Unternehmen sieht jetzt ein dreistufiges Rechtemodell für Admins vor.
Dropbox für Unternehmen sieht jetzt ein dreistufiges Rechtemodell für Admins vor.
Foto: Dropbox

Und am 4. Juni haben wir für Dropbox für Unternehmen viele wichtige Updates bekanntgegeben in Verwaltung, Sicherheit und Integration - Bereiche, die für Admins essentiell sind. Neben mehrstufigen Admin-Rollen integrieren wir Dropbox für Unternehmen in den Identity Management Service Active Directory, unser neuer Active Directory Connector beschleunigt den Einsatz von Dropbox für Unternehmen.

Edward Snowden hat ausdrücklich davon abgeraten, Dropbox zu benutzen. Was würden Sie ihm im persönlichen Gespräch entgegnen?

Blüher: Ich kann nur bekräftigen, was Drew Houston, CEO von Dropbox, mehrmals erklärt hat: Das Fundament unserer Geschäftsbeziehungen lautet Vertrauen - das Vertrauen, das Millionen von Menschen weltweit privat als auch geschäftlich in uns setzen. Schutz und Sicherheit ihrer Daten sind unsere große Verantwortung. Unsere Sicherheitspraxis entspricht den am weitesten verbreiteten Sicherheitsnormen und -bestimmungen wie ISO 27001 und SOC 1, 2 und 3. Auditoren unabhängiger Unternehmen prüfen unsere Kontrollsysteme und erstellen Berichte und Gutachten, die wir unseren Kunden bereitstellen.

Wir veröffentlichen seit 2012, noch vor den Snowden-Enthüllungen, einen jährlichen Transparenzbericht und Richtlinien zu behördlichen Anfragen. Auch haben wir uns mehrmals in einem offenen Brief, erst kürzlich wieder am 19. Mai 2015, an Präsident Obama gewandt und uns explizit gegen die ausufernde Massenüberwachung ausgesprochen - und wir werden dies auch weiterhin tun bis die notwendigen Rechtsreformen durchgesetzt wurden. (tc)