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Novell ernennt neuen Chef für das Open-Source-Geschäft

10.03.2006
Um das neue Kerngeschäft zum Erfolg zu führen, holt sich Novells Chief Technology Officer (CTO) Jeff Jaffe nun Verstärkung bei seinem früheren Arbeitgeber Lucent.

Wie das Unternehmen aus Waltham, Massachusetts, bekannt gab, wurde der langjährige Lucent-Manager Roger Levy zum General Manager der Sparte Open Platform Solutions ernannt. Levy, der bei dem Netzausrüster zuletzt als Vice President die Produktrealisierung von vier internen Startups übersah, ersetzt den in der Position wenig erfolgreichen Ex-Ximian-CEO David Patrick. Dieser verlässt Novell nach nicht einmal drei Jahren, um künftig "Interessen außerhalb des Unternehmens zu verfolgen".

Levy berichtet in seiner neuen Funktion an Cheftechniker Jaffe. Der IBM-Veteran hatte erst Ende vergangenen Jahres seinen Posten als President bei den Bell Labs von Lucent aufgegeben und war zu Novell gewechselt (siehe auch: "Novell hat einen neuen CTO").

Wie Novell weiter bekannt gab, ersetzt der bisherige Marketing-Chef Bill Hewitt nun Rhonda O'Donnell an der Spitze des Asien-Pazifik-Geschäfts, während die Managerin den extra geschaffenen Posten einer Chairwoman für den Bereich bezieht. Auf Hewitts Position rückt John Dragoon, bislang Vice President Global Field Marketing, nach.

Hintergrund der Personalien sind die anhaltenden Schwierigkeiten von Novell, den strategischen Wechsel vom Anbieter von Netzbetriebssystemen zur Open-Source-Company erfolgreich zu stemmen. Unternehmenschef Jack Messman hatte zwar prophezeit, dass bis zum Turnaround zwei Jahre vergehen würden. Die Frist ist allerdings seit Januar abgelaufen, ohne das nennenswerte Verbesserungen erkennbar wären.

Im jüngst abgelaufenen ersten Geschäftsquartal verbuchte Novell einen weiteren Umsatz- und Ergebnisrückgang. Zwar konnte das Unternehmen seine Einnahmen im Bereich Open Platform Solutions gegenüber dem Vorjahr von 14 auf 56 Millionen Dollar steigern. Den Zuwachs verdankte Novell allerdings ausschließlich dem auf dem früheren Netware-Betriebssystem basierenden Open Enterprise Server (OES), das 43 Millionen Dollar zu den Einnahmen des Bereichs beisteuerte. Das aus dem SUSE Linux Enterprise Server und Netware bestehende Bündel ist erst seit dem zweiten Geschäftquartal 2005 verfügbar, was einen Vergleich gegenüber dem Vorjahreszeitraum unmöglich macht. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal sanken die mit OES erzielten Lizenzerlöse um 41 Prozent von 16,8 auf 9,9 Millionen Dollar (siehe auch: "Novell verbucht Umsatzrückgang"). (mb)