Notepad, wie er sein sollte

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Seit grauer Vorzeit gehört "Notepad" als System-Editor zum Lieferumfang von Windows. Als primitives Tool zur Bearbeitung von Klartextdateien wird er von Millionen Nutzern für alle möglichen Zwecke eingesetzt und ist vermutlich der populärste HTML-Editor der Welt. Leider hat Microsoft das Programm seit seiner Einführung praktisch nicht mehr weiterentwickelt. Wie es sonst wahrscheinlich aussehen würde, zeigt das freie "Notepad++".

Die Software verfolgt nicht den Anspruch, Programmier-Editoren vom Schlage eines "emacs" Konkurrenz zu machen. Notepad++ ist kein mit Funktionen überladenes Programm, sondern ein schneller und leichtgewichtiger Ersatz für Microsofts magere Windows-Dreingabe. So unterstützt er die Syntax von mehreren Programmier- sowie Markup-Sprachen und hebt deren Schlüsselwörter farblich hervor. Bei Bedarf können Anwender die Unterstützung für weitere Dateiformate selbst definieren. Notepad++ belohnt diese Mühe nicht nur mit einer gefälligen Darstellung, sondern auch mit der automatischen Vervollständigung aller Schlüsselwörter.

Ansonsten wartet das Tool mit all jenen Funktionen auf, die man bei Notepad vermisst. Dazu zählen eine vernünftige Behandlung von Zeilenumbrüchen, Suchen und Ersetzen mittels regulärer Ausdrücke, Text verschieben per Drag and Drop, Abgleich von öffnenden und schließenden Klammern sowie Zeilennummerierungen. Notepad++ kann auf Wunsch den dürftigen Microsoft-Editor für die Anzeige von HTML-Quellen im Internet Explorer ersetzen. Außerdem trägt er sich in das Kontextmenü der Windows-Oberfläche ein, so dass der Benutzer damit alle geeigneten Dateien direkt öffnen kann. Die Software unterliegt der GNU Public License und kann von Notepad-plus.sourceforge.net heruntergeladen werden.

CW-FAZIT: Notepad++ ist kein mächtiger Programmier-Editor, sondern ein empfehlenswerter Ersatz für Microsofts System-Editor. Bei geringem Ressourcenverbrauch bietet er eine Vielzahl nützlicher Funktionen.