Montagsgerücht

Notebook-Anbieter schwenken um auf Android-Kurs

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Medienberichten zufolge profitiert Googles Android-Betriebssystem vom Misserfolg, den Microsoft angeblich mit Windows 8 hat.
Lenovo Yoga - kommt das Convertible-Notebook schon im Mai alternativ auch mit Android?
Lenovo Yoga - kommt das Convertible-Notebook schon im Mai alternativ auch mit Android?
Foto: Lenovo

Die taiwanische Hightech-Site "DigiTimes" berichtet, dass die schwachen Verkäufe von Windows-8-basierenden Notebooks und Tablets einige große PC-Hersteller veranlasst haben sollen, gemeinsam mit Intel verstärkt auf Android als Alternative zu setzen. An der Spitze der Seitenwechsler steht demnach Lenovo, das noch im Mai eine Version seines 11-Zoll-Convertibles "Yoga" auf der Basis von Android herausbringen wolle. Der PC-Marktführer ist offenbar nicht allein: Auch Acer, Asus, Hewlett-Packard und Toshiba haben den Angaben zufolge Android-Modelle in der Pipeline, die im dritten Quartal 2013 herauskommen sollen.

Wie der Branchendienst "The Register" schreibt, soll Intel den optimalen Preispunkt für solche Android-Notebooks bei 500 Dollar ansetzen. Damit wären sie in etwa so teuer wie Microsofts Einstiegsmodell des "Surface-RT"-Tablet. Generell sollen die Android-Flachmänner sich funktional grob am Surface orientieren. Den Gerüchten zufolge hat Intel verfügt, dass die Geräte mit abnehmbaren Tastaturen ausgeliefert werden, also sowohl als Tablet wie auch als Notebook verwendbar sind.

Microsoft hat bisher noch keine öffentliche Absatzbilanz für seine Surface-Tablets gezogen. Allerdings gehen nahezu alle Medien davon aus, dass die Tablets insbesondere in der ARM-basierenden RT-Version nicht besonders erfolgreich sind. Wahrscheinlich, so "The Register", wetten die Hardwarehersteller darauf, dass Android mit seiner großen installierten Basis und dem funktionierenden App-Ökosystem im Massenmarkt besser ankommen wird. Das Surface RT habe vor allem wegen des übersichtlichen App-Angebots im Windows Store Probleme.

Microsoft hatte zuletzt von IDC bescheinigt bekommen, dass Windows 8 dem schwächelnden PC-Markt keinerlei Impulse gegeben habe. Im Gegenteil, vieles deute darauf hin, dass Windows 8 das PC-Business sogar lähme.

Trotzdem gibt es gute Argumente, die für Windows sprechen - insbesondere die Tatsache, dass Android-Geräte bis heute in der Regel nur Touch-basiert auf den Markt kommen und für das Erstellen und Aufbereiten von Dokumenten nur schlecht geeignet sind. Microsoft hingegen bringt seine Windows-RT-Geräte mit einer Office-2013-Version heraus. Ob die PC-Hersteller ihre Convertibles nun ebenfalls mit einer Office-Alternative anbieten werden, bleibt abzuwarten.

Unklar ist zudem, welche Prozessoren die Android-Convertibles antreiben sollen. Da Intel die Tablet-Offensive organisiert, erwarten Beobachter, dass energiesparende Atom-Prozessoren der CPU "Atom Z2760" (Codename "Clover Trail") zum Einsatz kommen.