Windows Phone

Nokia will mehr Apps für seine Lumias

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Nokia setzt seit April 2011 auf Microsoft und dessen mobiles System Windows Phone. Für das es aus Sicht der Finnen aber immer noch zu wenig Apps gibt.
Nokias Smartphone-Chefin Jo Harlow
Nokias Smartphone-Chefin Jo Harlow
Foto: Nokia

"Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für Windows Phones und Lumia, wir brauchen ein breiteres Ökosystem von Anwendungen", erklärte Jo Harlow, Nokias Smart-Devices-Chefin und eine der Top-Managerinnen unter Nokia-Chef Stephen Elop in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". Nokia und Microsoft "müssen beide zulegen", um das Windows-Phone-Business erfolgreicher zu machen als bis jetzt. Für eine engere Zusammenarbeit beim Marketing und der Entwicklung von Nokias "Lumia"-Smartphones mit Windows seien entscheidende Schritte eingeleitet worden, so Harlow weiter.

Nokia hatte zuletzt von April bis Juni immerhin 7,4 Millionen seiner Lumia-Geräte verkaufen können. Das Portfolio reicht inzwischen von günstigen Einsteigergeräten bis zum neuen Topmodell "Lumia 1020" mit einem branchenweit einzigartigen 41-Megapixel-Kamerasensor von Carl Zeiss. Zwar bauen auch andere Anbieter Windows Phones, Analysten gehen aber davon aus, dass Nokia auf mindestens 80 Prozent Anteil am Markt für Computertelefone mit Microsoft-Betriebssystem kommt.

Im Gesamtmarkt für Smartphones spielen Nokia und Microsoft aber weiter kaum eine Rolle. Die Marktforscher von Gartner gehen für das erste Quartal 2013 von 2,9 Prozent Market Share für Windows Phone aus. Den Markt dominiert derweil das Duopol Android (74,4 Prozent) und iOS (18,2 Prozent), Microsoft streitet sich mit Blackberry um den abgeschlagenen dritten Rang.

Im Windows Phone Store finden sich derzeit 165.000 Apps, das sind deutlich weniger als bei Apple und Google. Eine Reihe populärer Apps der Konkurrenz-Plattformen sind für Windows Phone noch nicht erhältlich, auch wenn Microsoft hier bereits teilweise Abhilfe angekündigt hat.

Trotzdem ist das Softwareangebot für Windows Phones bis dato kein Grund, auf die Microsoft-Plattform zu wechseln. "Damit Sie einen Grund zum Wechseln haben, muss ich sicherstellen, dass die Apps, die Ihnen wichtig sind, nicht nur auf unseren Geräten sind, sondern auf unseren Geräten besser sind", konzedierte unlängst Nokias für die App-Entwicklung zuständiger Vice-President Bryan Biniak im Gespräch mit der "International Business Times". "Und ich muss Ihnen ein einzigartiges Erlebnis bieten, das Sie auf anderen Geräten nicht bekommen können."

Mit dem Fortschritt von Nokias Hardware-Entwicklung ist Biniak offenbar ganz zufrieden, nicht so hingegen mit dem verfügbaren App-Angebot (nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Microsoft zu lange an Windows Mobile festhielt und erst Jahre nach iOS und Android mit seiner neuen Plattform an den Markt ging). "Wir bringen ständig neue Geräte heraus", so Biniak weiter. "Bei jedem neuen Gerät ist eine App, die jemand gern hätte und die nicht verfügbar ist, eine verpasste Verkaufschance."