Fixed Line Broadband Access

Nokia Siemens Networks verkauft Sparte an Adtran

12.12.2011
Der kriselnde Netzausrüster Nokia Siemens Networks ist auf dem Weg zu einem reinen Anbieter von mobilen Breitband-Netzen und Diensten einen Schritt voran gekommen.
Zentrale von Nokia Siemens Networks (NSN) in Espoo bei Helsinki
Zentrale von Nokia Siemens Networks (NSN) in Espoo bei Helsinki
Foto: NSN

Die US-amerikanische Adtran wolle das kabelgebundene Breitbandanschluss-Geschäft von NSN übernehmen, teilten die beiden Unternehmen am Montag gemeinsam mit. Finanzielle Details wurden zunächst nicht bekannt. Rund 400 Mitarbeiter sollen mit zum neuen Eigentümer kommen, zusammen mit Patenten, Technik und dem Kundenstamm. Zudem will NSN künftig die Produkte von Adtran auch seinen Kunden anbieten.

Ende November hatte NSN angekündigt, sein Geschäft komplett auf schnelle mobile Internet-Netze auszurichten. Dem Umbau werden 17.000 Jobs zum Opfer fallen. Angaben zu den betroffenen Ländern soll es erst im Zuge des Umbaus geben. Die IG-Metall rechnet damit, dass in Deutschland tausende Arbeitsplätze betroffen sein werden. Laut informierten Branchenbeobachtern könnte es um mehr als ein Drittel der zuletzt gut 9000 Stellen gehen. Weltweit hatte NSN zuletzt rund 74.000 Mitarbeiter.

NSN hatte Siemens und Nokia in den vergangenen Jahren hohe Verluste eingebracht und kämpft mit einem starken Wettbewerb in der Branche. Unter anderem Rivalen aus China wie Huawei werden immer stärker und bringen die Preise unter Druck. Erst im September hatten Siemens und Nokia gemeinsam eine Milliarde Euro frisches Kapital in NSN gepumpt, nachdem ein Verkaufsversuch im Sommer aufgegeben wurde. Der Vertrag über das Gemeinschaftsunternehmen läuft noch bis Ende September 2013. (dpa/tc)